Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1912
- Issue
- 20 (1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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350 nach de« Worten der Weisen gehalten »nd haben sich mit Familien verschwägert, die eben der Fortpflanzung der Thora keine Zukunft bieten, d<r »ach den Worten eben dieser Weisen die meisten Söhne den Brüdern der Mütter gleichen. Eben daS gilt auch von der Vererbung der Gottesfurcht und der Menschenfreundlichkeit, Der dreifach geschlungene Faden, heißt es, reißt sobald nicht. Und wenn du dennoch siehst, daß der Faden der Gottesfurcht und der Meuscheufteundlichkeit mit dem vierten Geschlechte reißt, so haben sie sich gewiß ungehörig mit Aamisii» »uschmügert, in welchen Gottesfurcht und Wenjchnnliebe nicht heimisch ist. Darum bete jeder für sich »nd seine Äiuder und Gnkel täglich zu Gott, daß er ihnen Ehen mit Gottesfurcht, Thora und Menschenfreundlichkeit bescheide; denn von diesen dreien ist eS eben gesagt, daß der dreifach geschlungene Faden sobald nicht reiße. Die drei Worte: nter, min, DHDfl sind sich auch an Zahlenwert der Buchstaben gleich. Fortsetzung folgt. Ä Hm der {Tätigkeit muerer Vereinigung. Das vor einem Jahre in Posen errichtete Ostdeutsche Bureau der »Freien Bereinigung", das von Herrn Generalsekretär Dr. de Haas geleitet wird, hat im Jahre 1911 G. L. recht schöne Erfolge erzielt und an zahlreichen Orten der Provinz Posen erfolgreich für die Wiedererweckung religiöser Begeisterung und religiöser Festigkeit gewirkt. Es wurden an ungefähr 50 Orten Versammlungen abgehalten, und auf diese Weise mancher Kreis für min und nm’ empfänglicher gemacht. Die Novelle zum Sonntagsruhegesetz, die unsren Vorstand seit Jahren beschäftigt, ist jctzt seitens des Reichsamtes des Innern an die Handelskammern zur Begutachtung verschickt worden. Der Entwurf enthält erfreulicherwetze genau nach unsren Anträgen eine Bestimmung, wonach den am Sabbath und jüdischen Feiertagen geschlossen haltendtn Geschäften gestattet sein soll, ihr jüdisches Personal hinter verschlossenen Türen an Sonntagen 5 Stunden lang zu beschäftigen. Natürlich laufen die antisemitischen Handlungsgehilfenkreise gegen diese Bestimmung Sturm, und es wird noch vieler Aufklärungsarbeit bedürfen, um fie im Reichstagedurchzusetzen. Hoffen wir, daß ini Jntereffe des uns Heiligsten es auch in den weiteren Phasen der Angelegenheit gelingen wird, die maßgebenden Persönlichkeiten von der Gerechtigkeit und zwingenden Notwendigkeit unserer Forderung zu überzeugen. Das bisher Erzielte darf uns jedenfalls zur weiteren Arbeit ermutigen. Zur Abwehr der gegen die Schechitah gerichteten Angriffe hat die »Freie Bereinigung" in der letzten Zeit zwei außerordentlich