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Jüdischer Volksbote · 1911-12-01 · 19 (12.1911) · p. Seite 334

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
19 (12.1911)
Date
1911-12-01
Page
Seite 334 (sequence 14)
Language
German
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334 ich ihn ausgelöst habe für alles Geld, das man für ihn fordern wird. — Und er tat wie er gesprochen. Zwar gaben die Römer den schönen Knaben nur ungern her, und es wurde eine hohe Summe für ihn gefordert. Aber Rabbi Josua ruhte und rastete nicht, bis er das Geld bei seinen Freunden in Rom zusammengebracht hatte. Dann befreite er den holden Knaben und nahm ihn mit nach Judäa. Hier vertraute er ihn der Obhut Nachums aus Gimso an, der ihn in der Gotteslehre unterrichtete. Jetzt war Jischmaöl ein Jüngling geworden, die Freude und der Stolz seines Lehrers. Ihm, dem viel jüngeren, schloß sich Akiba an, und ein inniges Freundschaftsbündnis verband die Beiden für das ganze Leben. Während Akiba mit angestrengtem Fleiße lernte und forschte, arbeitete Rahel nicht minder fleißig, um die geringen Bedürfnisse zu erschwingen, mit welchen sie und ihr Gatte sich begnügten. Vergebens hatte sie es versucht, ihren Vater zu versöhnen; derselbe blieb hart und unerbittlich. So mußte denn Rahel, die im Reichtum und Ueberfluß erzogene, nicht allein angestrengt arbeiten, sondern sich auch manchmal die notwendigsten Dinge versagen; denn es galt nicht allein die Notdurft des Lebens zu gewinnen, sondern auch für die nächste Zeit kleine Ersparnisse zu machen, da sie einem freudigen Ereignisse entgegensah. Ihrem Mute und ihrer Tatkraft gelang auch dies. Schon hatte sie ein bescheidenes Sümmchen erspart, als ein Ereignis eintrat, welches es ihr wieder raubte. vn. Das Dörfchen, in welchem die Lehmhütte Akibas sich befand, hieß Korchah; daher wohl nannten ihn noch in den späterem Jahren seine Freunde: Koreach, und nicht wie andere meinen, weil er im späteren Alter sein Haupthaar verloren*). Es war eine niedrige ärmliche Hütte, die Akiba mit seiner Gattin bewohnte, aus nur zwei Räumen bestehend, von denen der eine als Wohn- und Schlafzimmer diente, während der andere von Rahel als Küche und von Akiba als Studierzimmer benutzt wurde. Die beiden jungen Eheleute besaßen nicht einmal ein Bett; sie schliefen auf dem Stroh, und wenn morgens Rahel die Strohflocken aus ihren Haaren entfernte, *) Au» demselben Grunde wurde wohl auch sein Sohn »Ben Korchah" genannt.

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