Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 19 (12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 333 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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333 schweigst Du? — Und das Aleph antwortete: Wiekann ich es wagen zu reden, da ich doch nur eins bin und alle die anderen Buchstaben zählen mehr als ich! — Und Gott sprach: Fürchte Dich nicht; Du sollst der Erste unter allen sein und gleich einem König den Vorrang vor ihnen haben. Du bist Eins; auch ich bin Einer und die Thora ist Eine, und wenn ich mich am Berge Sinai meinem Volke offenbaren werde, so werde ich mit Dir die Offenbarung beginnen, wie es heißt: „Anochi haschem Elohecha". Staunend hatte Rahel ihrem Gatten zugehörig Als er jetzt schwieg, sprang sie auf, umarmte und küßte ihn und sprach: „O, Du mein geliebter Gatte, ich habe mich in Dir nicht getäuscht. Du wirst all die großen und schönen Hoffnungen verwirklichen, die ich in Dich gesetzt habe. Du wirst dereinst ein großer Lehrer in Israel werden!" Täglich wanderte Akiba nun nach Gimso, um den Unterricht seines großen Lehrers zu genießen. Nachum gewann den eifrigen Schüler bald sehr lieb und suchte ihm die Erforschung der heiligen Gotteslehre in jeder Weise zu erleichtern. Es war ein großer Kreis von Jünglingen, der sich um Nachum gesammelt hatte. Akiba war unter ihnen der älteste und unwissendste; der jüngste unter allen hieß Jischmasl. Er stammte aus einem vornehmen Priestergeschlechte, und war noch ein ganz kleines Kind gewesen, als der heilige Tempel zerstört wurde. Der Knabe zeichnete sich durch große Schönheit aus; deshalb wurde er von den Feinden gefangen genommen und nach Rom geschickt, um dort römischen Wüstlingen zur Befriedigung ihrer Lüste zu diendn. In der. Hauptstadt der Eroberer wurde er in in einem Gefängnisse untergebracht. Da kam einst Rabbi Josua ben Chananja nach Rom, und sein Weg führte ihn an dem Gefängnisse vorüber. Er sah den schönen jüdischen Knaben, dessen Auge so traurig blickte und dem glänzende schwarze Locken das Antlitz umrahmten. Da rief Rabbi Josua, laut in hebräischer Sprache: Wer hat zum Raube gegeben Jakob und Israel den Räubern? und sogleich antwortete der gefangene Knabe: Ist es nicht Gott gegen den wir gesündigt haben? Und sie ivollten nicht in seinen Wegen wandeln und auf seine Lehre nicht hören. — Fürwahr, sprach Rabbi Josua, dieser Knabe wird ein roßer Mann einst werden; ich werde nicht ruhen, bis