Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 19 (12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 332 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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332 Akiba. Historische Erzählung von Rabbiner Cr. M Lehmann - (Fortsetzung). Mein Sohn, sprach der Rabbi, wenn Dir etwasauffallend erscheinen sollte, so frage nur ohne Scheu. Nicht kann lernen, wer sich zu fragen schämt. — Und sofort fragte ich ihn: Warum beginnt die Thora mit Beth? Hat doch das Beth nur einen geringen Zahlenwert l Die Thora sollte mit dem Taw beginnen; das hat den höchsten Wert unter allen Buchstaben und das Wort Thora fängt damit an. — Da sprach der Rabbi: Deine Frage ist berechtigt mein Sohn. Höre, was die Weisen darüber berichten. Die zweiundzwanzig Buchstaben des Alphabets enthalten alle Weisheit, und die ganze Thora, die aus ihnen zusammengesetzt. Gott bildete sie in Flammenschrift, und als Gott die Welt erschaffen wollte, umringten sie seinen heiligen Thron, und jeder Buchstabe flehte den Allmächtigen an, daß er als der erste genommen würde bei der Erschaffung des Weltalls und bei der Niederschrift der Thora. Zuerst trat das Taw hervor und sprach: Mir gebührt der Vorrang, weil ich am meisten zähle und mit mir auch das Wort Thora beginnt. — Aber Gott verwarf das Taw, weil es bestimmt war, zu den Zeiten des Propheten Jecheskiel als Zeichen aufgedrückt zu werden, den sündigen, dem Tode geweihten Menschen. — Und das Schin trat hervor und auch es wurde zurückgewiesen, weil mit ihm das Wort Scheker, Lüge beginnt; da verlangte das Res den Vorrang, aber es wurde verworfen, weil es ,Ra" böse bedeutet; und so kamen sie alle und alle wurden sie zurückgewiesen, bis das Beth herantrat und sprach: Allmächtiger Gott, möge es Dein Wille sein, mit mir die Welt zu erschaffen; denn ich bin der erste Buchstabe mit dem der Satz anhebt: „Baruch haschem leolam", gepriesen sei Gott in Ewigkeit. — Und Gott sprach: Gesegnet sei, wer da kommt im Namen Gottes! — Und Gott erhörte die Bitte des Beth und erschuf mit ihm das Weltall, wie es heißte Bereschith barah Elohim. — Trauernd hatte sich das Aleph zurückgezogen; es war gar nicht an die Reihe gekommen und hatte seinem Wunsch nicht Vorbringen können. Da rief es der Heilige,, gelobt sei er, zu sich und sprach: Aleph, warum