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Jüdischer Volksbote · 1911-09-01 · 18 (9.1911) · p. Seite 312

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
18 (9.1911)
Date
1911-09-01
Page
Seite 312 (sequence 10)
Language
German
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312 bei keinem aber unter 15°/». wenn man solches hört und dabei sich der Veob» achtung nicht verschließt, daß in den letzten Jahrzehnten di« bäuerliche Bevölkerung viel größer« wirtschaftliche Fortschritte als die handeltreibende jüdische gemacht hat, so ergeben sich die Folgerungen von selbst. — Menschen wechseln und ihre Anschauungen auch. Daß heute di« Frauen auf dem Land« «ine ander« Stellung «innehmen zu der Religion ihrer Väter als vor SV Jahren und zwar leider im allgemeinen kein« günstigere, das ist wohl unverkennbar, Aber eines ist doch geblieben: das begeisterungssähige jüdisch« Herz! Vas zeigt sich nicht nur in vielen Merken edler Wohltätigkeit, in Beweisen hohen Dpfersinns, das ergibt sich vielmehr auch vor allem aus gar manchem Beispiel religiöser Rückkehr in Tat und Gesinnung. -Und das ist dar Erfreu» lichst«, was sich mir auch diesmal wieder eingeprägt hat. Noch ist der Jude auf dem Land« nicht ausgestorben, der, edlen Einflüssen zugänglich, sein religiöses Tatenleben zum Besseren wendet, der zu bewegen ist, wieder den Gottesdienst zu besuchen, sein Haus jüdisch zu sühren und — sogar wieder streng jedes Geschäft am Sabbat zu meiden. Welche Fülle verlockendster Gelegenheiten segensreicher Tätigkeit ergibt sich daraus für alle diejenigen, di« in fich die Eignung fühlen, fl« auszuüben, was gute jüdische Frauen vermögen, das müssen vor allem begeistert« Rabbiner und Lehrer können, und gerade ihnen möchte ich darum noch zurufen: „Hic Rhodus, hic salta!“ Neues für unsere Jugend. vor wenigen Jahren haben wir in diesen Blättern von einem Verlag erzählt, der in Frankfurt gegründet wurde, um ein« jüdisch« Volks» und Jugend» bibliothek zu schaffen und haben den Wunsch ausgesprochen, es möge dem Verlag beschieden sein, di« großen Rufgaben, die er sich gestellt, in reichem Maße erfüllen Zu können. Ls sollt« sich darum handeln, ein« jüdisch deutsch« Literatur ins Leben zu rufen, die ohne tendenziöse Etikette durch ihre künstlerisch« Gestaltung weitesten Reisen und besonders der Jugend, die Ideale des Judentums nahe bringen sollte. wenn wft nun heute das bis jetzt Erreicht« prüfen, wenn wir di« Erscheinungen der Verlags mit liebevollem Interesse und dennoch mit krttischem Blick anschauen, so können wir wohl sagen, daß der Verlag auf dem besten weg« ist, sein« weit gesteckten Siel« zu erreichen. Ein dutzend Bändchen sind bis heute an den Markt gekommen, die uns mit einer Füll« der verschiedensten jüdischen Interessen vertraut machen, di« uns Belehrung, Rnregung und Unterhaltung bieten, di« Liebe zu den jüdischen Idealen fördern und Begeisterung für di« großen Männer der Vergangenheit erwecken

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