Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 18 (9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 308 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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368 n) Biehverladung. Im Verfolg der veranstalteten Enquete und nach vielen Detailbe-- ratungen und persönlichen Konferenzen mit den Bahnhofsvorstehern in den einzelnen Bezirken wurde an einer Anzahl von Orten im Sinne des vow uns erwirkten Ministerialerlaffes den Viehhändlern die Erlaubnis erteilt,, das Vieh nach Sabbath Ausgang einladen und verschicken zu dürfen. In zwölf weiteren Fällen, in denen die persönlichen Bemühungen der Viehhändler keinen Erfolg hatten, wandte sich der Vorstand der „Freien Vereinigung* unter Bezugnahme auf den Erlaß des Herrn Ministers an die zuständige Eisenbahndirektion. Von diesen zwölf Anträgen wurden fünf durch Fahrplanveränderungen bezw. Freigabe von Zügen erfreulicherweise genehmigt und es erwächst hieraus ungefähr zwanzig an den betreffendem Zügen beteiligten Gemeinden der Nutzen, daß es den Viehhändlern nunmehr möglich ist, ohne Entweihung des Sabbats und ohne erhöhte Kosten ihr Vieh rechtzeitig zu den Viehmärkten zu verladen. Die übrigen sieben Anträge konnten deshalb nicht genehmigt werden^ weil sie größtenteils dahin gingen, das Vieh am Sonntag Nachmittag verladen zu dürfen, was mit Rücksicht auf die öffentliche Sonntagsruhe unmöglich bewilligt werden konnte. Es sind nunmehr seitens unserer Kommission erneute Schritte getan worden, um den beteiligten Kreisen die Stellung, veränderter Anträge, die mehr Aussicht auf Genehmigung haben, nahezulegen. Es werden alsdann für einige Einzelfälle in nordwestdeutscheu Gemeinde», in denen zunächst das Ergebnis im Bezirk Frankfurt a. M. abgewartet werden sollte, noch analoge Schritte zu tun sei». Inzwischen ist eine weitere Rundfrage für Württemberg, Badens Bayer» und Elsaß-Lothringen ergangen. Nach den bisher eingegangrnen Antworten zu urteilen, liegen die Verhältuiffe dort wesentlichgünstiger. Es handelt sich für Baden und Württemberg hauptsächlich um die Viehmärkte in Mannheim und Weil der Stadt. Es wird zu erstreben sein, daß der am Samstag Nachmittag um 3 Uhr von Crailsheim nach- Mannheim und Frankfurt gehende Güterzug auf abends 10 Uhr verlegt wird. Vorberestende Schritte, um dies zu erreichen, sind seitens der Intereffenten bereits geschehen, und es wird an diese Schritte anzuknüpfen sein. In Weil der Stadt findet alle vier Wochen am Montag Viehmarkt statt, der besonders von Rexingen aus sehr stark mit Vieh beschickt wird, sodaß es leicht ermöglicht werden könnte, von Altheim-Rexingen aus einen Anschlußzug nach Nagold an den Markttagen einzuschieben, der an den um 4.38 Uhr morgens in Nagold abgehenden Zug Anschluß haben müßte. Dieser Zug trifft bereits um 5.52 Uhr in Weil der Stadt ein. b) Heimarbeit. Die Vorarbeiten wegen der Einführung von Heiniarbeit zur Hebung, der wirtschaftlichen Verhältniffe auf dem Lande sind durch das Ergebnis der veranstalteten Enquete wesentlich gefördert worden. Die Schwierigkeit liegt weniger darin, lohnende Arbeit zu finden als in dem erschwerenden Umstande, daß in den einzelnen Landorten immer nur ganz vereinzelte-