Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 18 (9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 307 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4903180-5965939-5965971--389-4903544- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
307 chu verkünden, daß sie weiter ruhig schlafen können und sollen, sondern im Gegenteil, nm die Feuerwehrmänner vom Schlafe aufzuwecken und aufzurüt» -teln, sie zu veranlassen, ihr Lager zu verlassen und zur Brandstätte zu -eilen, um zu löschen und das Feuer zu ersticken. Das Signal allein ist .ganz nutz» und wertlos, wenn die, die löschen können und löschen sollen, im Schlafe verharren und sich weiter nicht stören lassen." Freund, das Signal, daß wir in diesem Monate und besonders am Rosch-haschonoh in unfern Gotteshäusern vernehmen, die Schauforstimme, verfolgt denselben Zweck: sie will uns aufwecken und aufrütteln aus dem Schlafe des Alltagslebens; sie will, daß wir alle uns rüsten sollen mit jenen bekannten Apparaten, die wir npixi nSen nairn „Buße, Gebet uud Wohltätigkeit" nennen; sie will noch mehr, sie will, daß wir den Brand -löschen sollen, und dazu ist Wasser nötig. Tränen, sie versagen nie ihre Wirkung: niaWl »S nyon Tränen, aus reuevoller Brust empor- .quillend, sieht Gott jederzeit, und sie sind des Menschen bester Fürsprecher vor Gottes erhabenem Richterthrone am Tage des Gerichtes. Wer aber die Schauforstimme vernimmt und im Schlafe weiter verharrt, der hat sich die Folgen einer solchen Handlungsweise selber zuzuschreiben. Wir sollen die Schausorstimme hören, um zu erwachen, nicht aber sie vernehmen, um dann desto ruhiger zu schlafen. Dieses ist aüch der Sinn des Ausspruches unserer Weisen, die da behaupten: die Schauforstimme rufe den Israeliten .zu oa/EV 0W' miy „Wachet auf, wachet auf, ihr Schlafenden aus eurem Schlafe." Denn wer durch diese Stimme erwacht, der rettet sich und seine Seele. Vorstehende Skizze ist mit Genehmigung der Verlagsbuchhandlung I. Kaufsmann in Frankfurt am Main dem soeben erschienenen Buche: wtoi foe, Gleichnisse für Reden über jüdische Angelegenheiten von Dr. Felix Kanter, Rabbiner» -entnommen. Der Preis des broschierten ExemplareS ist Mk- 2 — JIns der Kommission für ländliche Ulobifabrtspflege. Die Kommission war in den letzten Monaten mit der Bearbeitung der >in den vergangenen Sitzungen gefaßten Beschlüsse beschäftigt.