Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 18 (9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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gg Organ der Lommisfion für Ländliche Wohlfahrtspflege der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. iiäitA 3 *W*5J Uo. 18._Frankfurt a. M., Elul 5671 1911. Die Zchauforstimine. In einem kleinen Städtchen in Polen lebte einst ein Mann, dem durch einen Haupttreffer ein großes Vermögen in den Schoß siel. Von den kleinen und kleinlichen alltäglichen Nahrungssorgen befreit, entschloß er sich auf Anraten seiner Freunde, auf Reisen zu gehen, um Land uud Leute, fremde Sitten und Gebräuche kennen zu lernen, um sein Wiffen zu bereichern, seinen Gesichtskreis zu erweitern. Er begab sich nach Berlin, wo er im vornehmsten Viertel ein elegantes Hotel bezog. Aber schon am ersten Tage nach seiner Ankunft in der Metropole Deutschlands erlebte er etwas, was ihn anfangs in Furcht und Schrecken versetzte. Als er sich nämlich, matt und müde von den Anstrengungen der ungewohnten weiten Reise, nachts zur Ruhe begab, vernahm er plötzlich schrille Pfiffe und unheimliche Töne, wie er solche noch nie gehört. Diese Töne, die von der sonst stillen und abseits vom Verkehre gelegenen Straße zu ihm empordrangen, wurden auch von einem Geraffel und Geknatter, von einem Glockengeläute und einem Lärm begleitet, sodaß er, heftig erschrocken, in seine Kleider schlüpfte und auf die Straße eilte, um den Grund dieses Lärms und Getöses zu erfahren. Die andern Hotelgäste, die seine Furcht und Bestürzung gewahrten, suchten ihn zu beschwichtigen und zu beruhigen. Sie meinte»: die unheimlichen/ schrillen Töne, die er soeben vernahm, werden Feuersignale genannt. Sobald in Berlin Feuer ausbricht, wird ein solches Signal gegeben, worauf die