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Jüdischer Volksbote · 1911-06-01 · 17 (6.1911) · p. Seite 296

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
17 (6.1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 296 (sequence 10)
Language
German
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296 treten, jäten, hänseln, alles gehört in dieses Kapitel. Dann wird dein Garten ein Staat, nnd man merktS gleich schon am Garten: Da wohnen Leute, die keine Faulenzer sind. 7. Auch vor dem Zuviel muffen wir uns hüten. Hast du nur die Feierstunde für die Gartenarbeit zur Verfügung, dann ist es ein Fehler, den Garten zu groß zu machen. Du kommst nicht herum, wirst des Unkrauts nicht Herr, und hast mehr Verdruß als Freude. Ungefähr 300 Quadratmeter Fläche sind genug für einen Hausgarten; richtig hewirtschaftet, gibt das im ganzen Jahr etwas für die Küche, und manche Mahlzeit wird durch Gemüse verbeffert, bereichert. Ander Landwirtschaft wissen wir, man kann nicht auf denselben Fleck jedsE Jahr Roggen oder immer wieder Kartoffeln bringen. Merke das auch für den Garten. Aber, da erlebt man wirklich Wunderdinge. Jedes Jahr Lauch und jedes Jahr Kraut auf der anderen Seite im Garten. Dann steht die Frau Gevatter im He.rbst dabei, ringt die Hände und weiß nicht, woher's nur dies Jahr wieder nicht hat werden wollen. Noch ein Wort über Zwischenernten: Spinat hat schon im Herbst gesät werden können, zeitig im Frühjahr ist er gut. Dann reißen wir die schoßenden Pflanzen heraus, graben das Beet, das nun noch seinen vollen Ertrag in Kohl geben kann. Oder Erbsen im März gelegt, können im Juli, August abgeerntet sein. Da sind wir natürlich. nicht so dumm und laffen die schöne Zeit bis in den Spätherbst unbenutzt verstreichen. Radieschen, Wintersalat, Rapünzchen, Spätkohlrabi können noch wachsen und sind immer willkommene Zukost. Doch bester als der theoretische Kram ist die Praxis. So will ich von meinem Gärtchen erzählen, ungefähr 250 qm haltend, wie ich's da eingerichtet habe. Mittendurch läuft ein Weg; zu beiden Seiten steht eine Rabatte mit Beerenobst für die Kinder und Blumen. Den Abschlnß machen 4 Rharbarberstauden; vier langen für einen kleinen Haushalt, Eine Hälfte meines Gartens dünge ich im Herbst, die andere im Frühjahr, Der Garten liegt von Süd nach Nord, die Beete laufen von Ost nach West 1. Beet. Spinat gesät im August—Oktober, dann Sellerie. 2. Beet. Radieschen so früh wie möglich gesät, dann Gurken, im Herbst noch Karotten. 3. Beet. Frühkohlrabi, dazwischen Tomaten, die Ende Mai aus Töpfen in das Erdreich kommen. 4. Beet. Zwiebeln, Rand mit Schnittsalat. 5. Beet. Erbsen an Sträuchern. Schluß der Ernte im Juli; dann als Nachfrucht Winteickohl. 6. Beet. Frühe Karotten, dann Rosenkohl. 7. Beet. Es ist durch mein kleines Mistbeet geteilt, worin ich mir die Pflanzen selbst ziehe. Die obere Hälfte des Beetes ist mit Samen von Kohl, Wirsing, Roten Rüben, Weißkraut bestellt; die kommen aufs Kohlbeet hinaus auf den Acker. Wenn hier abgeerntet ist, bleiben einige

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