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Jüdischer Volksbote · 1911-06-01 · 17 (6.1911) · p. Seite 294

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
17 (6.1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 294 (sequence 8)
Language
German
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294 schülerinnen besuchen, sodatz deren Wirksamkeit keineswegs auf Pethach-Tikwa beschränk zu bleiben braucht. Endlich dürfte zweckmäßiger Weise im Anschluß an die Kochküche eine Krbeiterküche in Pethach-Tikwa zu errichten sein, die den Arbeitern eine oft vermißte billige und nahrhafte Kost sichert und den Kochübungen, ein praktisches Ziel gibt. An alle jüdischen Frauen und Mädchen, die sich der hohem Bedeutung des Frauenwirkens für den Bestand und die Zukunft des Judentums bewußt sind, ergeht unser Aufruf zur rüstigen Mitarbeit an unsrem Werke. Möchte es, allmählich erstarkend unt> fortschreitend, ein dauerndes Denkmal für den Opfersinn und die Einsicht der jüdischen Frauen werden und Generationen starker^ pflichtbewußter Schwestern auf jüdischem Boden zum Segen werden. Vorsitzende des Comitös ist Frau Hermann Cramer irr Frankfurt a. M. Unsere Mädchenschule in Pethach-Tikwa wird bereits vom etwa achtzig Schülerinnen besucht, die von drei Lehrerinnen unterrichtet werden: fpv >121 ri jrr p. Unser fiansganen. Ein Gärtchen vor dem Hause ist ein lustiges Ding. Da ziehst dm deine Blumen; ein paar Rosenhochstämme gehören auch hinein. Das Okulieren ist keine Kunst; Wildlinge stehen im Walde und an jedem Rain*). Die holen wir uns Ende Oktober herein, pflanzen sie an die ihnen zugedachte Stelle und wickeln sie bei eintretendem, schärferem Froste hübsch ein. Im Frühjahr werden sie aufgerichtet, angebunden und dann im Juni okuliert; das lassen wir uns von einem Praktikus zeigen, wie's solche irr jedem Dorfe gibt. Dann ziehen wir unser Messer auf dem Stein noch einmal fein ab, daß es haarscharf wird und probieren's selbst. Aber die Freude, wenn wirklich so ein Auge kommt! Im Borgärtchen hat die Hausfrau auch ihr Recht. Okuliert et Rosen, so hält sie's mit Astern, Levkojen, Stiefmütterchen und Nelken. Jft's nicht gar so klein, zimmere für die Ecke links eine Laube. Als Berankung kommt in erster Linie immer der wilde Wein in Betracht. Pfeifenkraut je länger, je lieber, gehen ja auch, aber der wilde Wein ist *) Religionsgesetzlich verboten ist dar Okulieren von Frucht bäumen verschiedener Gattung und da- Mischen von verschiedenen Sämereien, die selbst eßbar find oder eßbar Früchte zeitigen.

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