Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 17 (6.1911)
- Date
- 1911-06-01
- Page
- Seite 293 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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293 Auf den im vorstehenden flüchtig skizzierten Grundsätzen — "bte sich natürlich je nach den besonderen Aufgaben einer städtischen «der ländlichen Schule verschieden nüancieren —. ist der Lehrplan -für die ins Leben getretene Mädchenschule in Pethach-Tikwa aufgebaut. Er sieht folgende Lehrfächer vor: I. Allgemeinbildung. 1. Lesen, Schreiben und Sprechen des Hebräischen als Umgangssprache. Lektüre von Realienstoffen aus Geschichte und Erdkunde. 2. R e ch n e n mit besonderer Berücksichtigung der haus- und landwirtschaftlichen Verhältnisse. 3. Palästinensische Landeskunde (Geographie, Fauna, Flora). 4. Verständnis der Bibel und des Gebetbuchs; Kenntnis des jüdisch-religiösen P fl i ch t l e b e n s; Jüdische Geschichte. 5. Arabische Konversation. <>. Turnen. II. wirtschaftliche vildung. ».Hauswirtschaft: Kochen und Backen. Einmachen und Einkochen. Bereitung von Fruchtsästen, Gelees 2c. Tischdecken und Servieren. Scheuern und Putzen. Wäschebehandlung. Handarbeiten: Nähen, Stopfen, Flicken rc. überall praktische Übungen neben theoretischer Unterweisung, d. Garten und Landwirtschaft: Bewirtschaftung des Gartens. Gemüsebau. Geflügelzucht. Milchwirtschaft. Verständnis für landwirtschaftliche Nebenzweige. (Seidenraupen- Bienenzucht rc.) •c. Gesundheitslehre: Einführung in die Hygiene mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse Palästinas (Malaria, Augenkrankheiten). Nahrungsmittellehre. Säuglingspflege. Um den Haushaltungsschülerinnen Gelegenheit zu praktischer Betätigung zu geben, ist in Pethach-Tikwa die Einrichtung eines Internats für Kinder aus den Städten beabsichtigt, wozu die Deutsch-holländische Palästinaverwaltung ihre Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Es würden damit den dem Elend der großstädtischen Übervölkerung entrissenen Kindern einige Jahre Geist und Gemüt stärkender Erziehung in gesunder Atmosphäre gewährleistet und damit zugleich ein vielleicht wertvoller Beitrag zur Lösung der complicierten "städtischen Erziehungsprobleme geliefert. Auch können sowohl im Internat wie als Externe junge Mädchen aus Jaffa und Jerusalem die Schule als Haush altungs-