Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 16 (4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- Seite 279 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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279 — erwiderten nichts, sondern verziehen dem Schmäher. Die größten Weisen rühmten sich, nie nm einer Kränkung halber einen Bann verhängt zu haben. Das ist die Weise der Thalmide Chachamim, deren Würde es ist, zu -schweigen, wenn man sie privatim beleidigt und schmäht. Wenn man aber öffentlich seinen Charakter herabsetzt, so darf das der Thalmid Chacham nicht verzeihen; denn es handelt sich da nicht nur um seinen persönlichen Charakter, sondern um die Würde der Thora, die in ihm geschmäht ist; vielmehr hat er deffen zu gedenken, bis man es zurücknimmt. ^(Fortsetzung folgt.) A 3p Der stampf gegen das Detailreisen Referat erstattet in der Sitzung der Commission für ländliche Woblfahrtspflege am 26. März 1911 zu Alsfeld, von David Nein in Heilbronn: Die verschiedenen Anträge an den Bundesrat, Reichstag und die Bundes- -regierungen von Handwerkskammern, Handelskammern und Rabattsparvereinen um Erschwerung des Detailreisens und Hausierens, sowie Aufhebung der Vergünstigung für Wein, Erzeugniffe der Leinen- und Wäscheindnstrie, für Nähmaschinen. Druckschriften, andere Schriften und Bildwerke sowie Lberwebte Holzrouleaux und der Antrag Bayerns auf Einführung der Bedürfnisfrage veranlaßt auch die Commission für ländliche Wohlfahrtspflege der .Freien Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" diese Vorgänge, welche für die Judcnheit Deutschlands in kleinen Städten und auf dem Lande von weittragender Bedeutung sind, zur gegenseitigen Aussprache bringen zu lasten um eine Directive zn haben, wie sie sich dazu stellen soll. Sie beehrte mich mit dem Referate, welches ich so gut es eben geht, im Jntereffe der wichtigen Sache übernehme. Ich benütze dabei teilweise einen Vortrag von Ascheraden, welchen derselbe 1907 in Stuttgart auf der Generalversammlung des Verbandes zum Schutze des Detailreisens hielt. > In der guten alten Zeitda die Welt noch anspruchlos war, existierten in Städten. Städtchen und Dörfern Geschäfte, deren Inhaber ruhig und gemütlich die wenig anspruchsvolle, Mndschaft, die von allein zu ihnen kam, bediente, und fanden ihr Auskommen. Wegen großer Auswahl und billiger Preise brauchten sie sich nicht viel Kopfzerbrechen machen. Die Hausierer der damaligen Zeit — es wohnten oft in einem Dorfe viele, welche die gleichen Artikel führten—konnten von dem was ihre Ortsgenoffen abkauften nicht leben, die Bedürfnisse der Landbewohner waren sehr klein; — Bett- und Leibwäsche und leinene Anzüge wurden von selbst.