Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 16 (4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- Seite 274 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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274 mit den 3it5 cm N3V *JH resp. mit den nov N13^.l zu beginnen, da den ii3V m;Sn durch die Biberfeldsche Bearbeitung bereits Rechnung getragen ist. Die ganze Arbeit soll lieferungsweise in Format der Bücher erscheinen, welche die Volksbücherei der „Freien Bereinigung" bereits veröffentlicht hat. Wir bitten Sie um Ihre geschätzte tunlichst baldige Aeußerung über die erwähnten Punkte, sowie um eventuelle Mitteilung anderer Momeme, die hier nicht erwähnt sind, deren Berücksichtigung Ihnen geboten erscheint, damit die Arbeit sofort begonnen werden kann." Mit dem Dank an die Referenten und an alle Erschienenen schloß der Vorsitzende die Sitzung. Die Versammlung begab sich hierauf in die neu erbaute herrliche Alsfeldcr Synagoge, wo das Mincha-Gcbet verrichtet wurde. Der Bezirkstag. Der große Saal des Hotels „Deutscher Kaiser" war dicht gefüllt, als um 4 Uhr nachmittags der Vertreter des Vorstands der „Freien Bereinigung" den Bezirkstag mit warmen Worten der Begrüßung eröffnete. Namens des Vorstandes der Kultusgemeinde Alsfeld entbot Herr Rothschild der Versammlung die herzlichsten Willkommgrüße; es gereiche der Gemeinde zu hoher Ehre und Befriedigung daß in ihrer Mitte der Bezirkstag zum ersten Male zusammentrete. Das Wort ergriff hierauf Herr Großherz. Provinzial-Rabbiner Dr. Hirschfeld-Gießen. In markigen Worten zauberte der Redner die Erinnerung an das in den letzten Wochenabschnitten vor unsren Blicken erstandene jüdische Gottes-Heiligtum herauf. Wie damals aus den Spenden der Einzelnen und der Kraft, die jeder Einzelne beim Bau betätigte, ein Ganzes sich erhob, nicht i n dem, sondern aus dem heraus dann Gottes Heiligkeit in die Hütten und die Herzen einziehen sollte, so vollende sich auch aus der begeisterten Hingebung jeder kleinen und kleinsten Gemeinde, jeder einzelnen Seele in diesen Gemeinden, das große Gesamt-Heiligtum der gesetzestteucn Judenheit, wie es die „Freie Vereinigung" darstelle. Aus der gemeinsamen Lösung der vielen praktischen Aufgaben werde jedem Einzelnen für sich und sein Haus dann auch die Kraft Zuströmen, dem Judentum treu zu bleiben. Der Redner ging dann auf die besonderen Verhältniffe des hessischen Vaterlandes ein und schloß seine packenden Ausführungen mit einem jubelnd aufgenommenen Hoch auf den Landesherrn, den Großherzog von Heffen. Alsdann bestieg Herr Kaufmann A. M. Loeb aus Dieburg die Rednertribüne, um sein Referat „Was uns not tut" zu erstatten. Der Redner ließ die Angriffe von außen, mit denen die Judenheit zu kämpfen habe, von denen das Judentum aber selbst wenig berührt werde, Revue passieren und ging dann auf die verschiedenen gefährlichen Strömungen im Innern der Judenheit über. Er streifte die als Symptome wichtigen verschiedenen Vorgänge der letzten Jahre, um dann im Hauptteil seiner