Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 16 (4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- Seite 273 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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273 Mit Rücksicht auf dir vorgrrücktr Zeit mußten die wichtigen Fragen der Bodenkultur und Hausindustrie, die bereits in der vorigen Sitzung erörtert worden waren, zurückgestellt werden. Dagegen veranlaßte eine längere Diskussion die beantragte Herausgabe einer zum Selbst-„Lernen" anleitenden Ausgabe des „Kizzur Schulchan Aruch". Es wird beschlosien, nachfolgendes Rundschreiben an sachverständige Personen (Rabbiner, Lehrer und praktisch erfahrene Lern-Beflisten«) zu richten: »Die Unkenntnis großer Kreise in Stadt und Land hinsichtlich der Anforderungen des jüdischen Pflichtenlebens hat die Unterzeichnete Kommission veranlaßt eine populäre Bearbeitung des Schulchan Aruch resp. Kizzur Schulchan Aruch in die Hand zu nehmen. Das Bedürfnis einer solchen Darstellung wird wobl von Niemanden bestritten, und soll das Verlangen nach Befriedigung dieses Bedürfnisies besonders auf dem Lande vielfach empfunden werden. Ueber die Art und Weise, wie eine solche Bearbeitung sich am erfolgreichsten bewähren werde, kann man verschiedener Meinung sein, und möchten wir Sie hierniit um Ihre Ansicht darüber bitten. Wir wenden uns gleichzeitig auch an eine Anzahl anderer fachkundiger und speziell mit den Verhältnissen der jüdischen Landbevölkerung vertrauten Herren mit derselben Bitte. Für eine volkstümliche Bearbeitung des Kizzur Schulchan Aruch sind folgende Modalitäten angeregt worden: 1. Eine freie deutsche Uebersetzung lediglich des Textes mit Ausscheidung dessen, was weniger wesentlich ist und mit Hinzuziehung dessen, was aus anderen Schriften für eine solche Darstellung geeignet erscheint. 2. Eine solche Uebersetzung mit einleitenden allgemeinen Bestimmungen über jeden Gegenstand wie im Ehoreb und in neuerer Zeit in den Dr. Biberfeldschen Vorschriften über Schabbos, sowie den Veröffentlichungen des Herrn Rabbiner Dr. Wolf-Köln. 3. Eine Uebersetzung mit Beigabe des hebräischen Textes, wodurch sich das Buch zu Schabbos-Vorträgen eignen dürfte. Bei der Unkenntnis vieler soll der hebräische Text vokalisicrr werden. 4. Eine Bearbeitung, die von einer eigentlichen Uebersetzung absiehl, nur den hebräischen Text auf den ersten Seiten ganz und nach und nach weniger vokalisiert wiedergibt und lediglich schwierige Worte und Sätze in Fußnoten kurz übersetzt und erklärt. Diese Fußnoten würden dann im Laufe der Darstellung ininier weniger werden können, wenn sich die Lernenden erst mit dem hebräischen Text vertraut gemacht haben. Eine solche Behandlung wäre dann geeignet, das große Publikum wieder dem „Selbstlernen" zuzuführen. Auch was die Gruppierung des Stoffes betrifft, machen sich verschiedene Ansichten gellend. Die eine möchte das Buch mit den ipan fiortPn '3H beginnen und die Reihenfolge des Kizzur Sch. A. im Großen und Ganzen einhalteii. Eine andere hält es für geeigneter,