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Jüdischer Volksbote · 1911-04-01 · 16 (4.1911) · p. Seite 269

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
16 (4.1911)
Date
1911-04-01
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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269 Höchster Genuß galt als des Lebens Weisheit und Wahrheit. Und darum waren alle diese Völker nicht lebenskräftig, ginge zugrunde an Her Unwahrheit ihrer Götteranschauung. Da trat Israel auf mit seiner Einheitslehre. Ein Gott ist Schöpfer des Gesamtweltalls; ein Gott lenkt und leitet, regiert und beherrscht Alles. Lohn und Strafe liegen allein in Seiner Hand. Er will nur das Gute, will nur die Liebe der Menschen. Furcht und Angst vor den Naturgewalten und den bösen Geistern schwinden, find ausgeschlossen. Unter Gottes Schutz allein stehen wir Alle, auf Gottes Schutz allein sind w^ir angewiesen. Leben wir nach Seinem Willen, so kann uns keine irdische, keine überirdische Gewalt etwas «nhaben. Während alle vorherige Gottesanschauung der Furcht vor Vernichtung entsprang und deshalb die Menschheit durch Genuß sich zu betäuben suchte, gerade dadurch aber den Keim der Vernichtung in fich legte, war das Prinzip der jüdischen Gottesanschauung, die Liebe und Ehrfurcht vor einem Gotte und suchte die engste Verbindung mit dem Vater des Weltalls anzustreben und aufrecht zu erhalten und dieses Verhältnis so aufzufassen, wie das der Kinder zu ihren Eltern. Und diese Anschauung war für die Menschheit, was der Tau für die Blume ist. Hatte bisher den Menschen ein stets erfrischendes, aufrichtendes, belebendes Element gefehlt, mußte bisher Geist und Gemüt verkümmern; so war und blieb fortan in dem Volke Israel mit seiner Einheitsidee das stets belebende und erhaltende Monient. And in der Ueberwindung aller heidnischen Götteranschauung hat «8 nicht nur seine Lebenskraft, sondern auch die Wahrheit. seiner Gotteslchre bewiesen. . 7 Unter Gottes Schutz trat nun das Volk Israel seine Wanderung an durch eine Wüste, ganz allein auf Gottes Schutz, auf Gottes Hilfe selbst in den einfachsten, gewöhnlichsten Lebensbedürfnissen angewiesen. Wie die Pflanze bei aller Pflege durch des Menschen Hand nicht gedeiht, wenn nicht des Himmels Tau sie befeuchtet und belebt; ebenso kann der Mensch nur durch die himmlische Fürsorge gedeihen, muß ihm der Segen von oben kommen. Israel war in der Wüste und halte kein Brot, nicht die einfachste Nahrung. «uno^ 2'2D San naair nnn ipaa vh „Und es ward am Morgen, da war eine Lage Tau rings um das Lager." .«1.1 .12 1J7T «S a X1.1 jo vnx Sx v"x 112X1 ^xnr 22 1X11 „Als das die Kinder Israel sahen, sprach einer zum Andern: Was ist das? denn sie wußten nicht, was es sei." e.i^x nro ioxi TibDsb naS *i jn: iirx cnS .1x1.1." Da sprach Moscheh. zu ihnen: Das ist das Brot, welches der Ewige Euch gibt."

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