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Jüdischer Volksbote · 1911-04-01 · 16 (4.1911) · p. Seite 270

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
16 (4.1911)
Date
1911-04-01
Page
Seite 270 (sequence 6)
Language
German
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270 \ Der grüße Reichtum, die Fülle von Genüssen bergen noch nicht Glück und Segen in sich. Ein Tropfen Tau vom Himmel herab gesendet, birgt mehr des Segens in sich, als alle irdischen Schätze. Israel lernte auf Gott vertrauen, wie kein anderes Volk, was ihm auch jene wunderbare Lebenskraft verlieh. Und wie es seines Körpers Nahrung und Erhaltung dem Himmel zu verdanken hatte, wie das Manna, wie Tau herabfiel; ebenso empfing Israel in der Wüste fein höchstes Gut, seine höchste Wahrheit seinen kostbarsten Schatz vom Himmel herniedergesandt, empfing es die min am Berge Sinai. Was waren alle Götterlehren der heidnischen Welt! Ausgeburten der menschlichen Phantasie; auch Gesetze im Namen der ' Gottheiten gegeben, doch nur von Menschen stammend, nur nach Einsicht und Wissen der jeweiligen Zeiten, den herrschenden Verhältnissen und Sitten angepaßt und Rechnung tragend, oft geradezu Sitten verderbend. Recht verletzend, der Wahrheit ins Gesicht schlagend. Und gerade die Kulturvölker der Erde, Assyrer, Babylonier, Ägypter, Perser, Griechen und Römer haben vie Sittlichkeit durch ihren Götterkultus unterdrückt. Israel allein stellte das Sittliche obenan; es ist ihm das Fundament, auf dem sich die Menschheit aufbaut, aus dem heraus sich die Menschheit bilden und entwickeln muß, um zur reinen, wahren Vollkommenheit sich emporzuringen. Auf Grund seiner Himmelsspende, seiner mm. baut sich sein ganzes Menschentum auf, immer aufwärts strebend, die Erde gleichsam nur als Fußschemel benutzend, die Blicke aber immer aufwärts gerichtet. So steht es heute noch frisch, kräftig und blühend, immer belebend und befruchtend da. Und wenn die Resultate und sogenannten Wahrheiten der heutigen Wissenschaft in die Rumpelkammer der verbrauchten, veralteten Ideen gewandert sein werden, überholt und widerlegt durch immer neue Resultate: wird die Gottesidee und höchste Wahrheit des jüdischen Volkes gerade noch so frisch und kräftig dastehen, wie damals vor mehr als 3000 Jahren, als es am Sinai stand und wie einen Himmelstau von Gott herabgesendet erhielt die Gotteslehre. Es hat sich bis heute des Propheten Micha Wort erfüllt: amy 'bv D'rro "i n«o Saa o-a-i c'oy anpa apr mnsm mm .onn ':aS bn* sbi wb mp' nrtt »Es wird sein der Rest Jakobs in der Mitte zahlreicher Völker wie der Tau vom Ewigen, wie Regenguß auf Gras, von Menschen nicht erwartet, von Erdensöhnen nicht erhofft." .^v naama i^r ivip' nor ,ba nma vrr nur ,vnijr »Sie werden erweckt, werden sich bewegen und leben, wenn der Tau fällt; sie werden aufstehen, sich erheben und aufrichten, wenn

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