Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 15 (3.1911)
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 260 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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260 jedesmal sieben Fenster. Ueber das ganze Gebäude breitet sich eine große Kuppel aus. deren Höhe 90 und deren Durchmesser 40 Fuß beträgt. Die Außenseite des untern Stocks ist mit Marmor; die des obern und neben den Fenstern aber mit glasirten Ziegeln von grüner, roter, schmarzer und weißer Farbe belegt, die bei Sonnenschein schöne Strahlen zurückwerfen und dem Gebäude ein herrliches Ansehen verleihen. Die Wände innerhalb sind weiß angestrichen. und es besinden sich dort an jeder Seite drei Säulen, also zusammen 24, deren jede 20 Fuß hoch ist; 16 hingegen tragen die große Kuppel. Der innere Teil dieser Moschee ist mit einem eisernen Gitter umgeben und verschlossen, und bis zu diesem Gitter kommen die Mohamedaner, um dort, das Angesicht gegen Süden gekehrt, ihre Andacht zu verrichten. Innerhalb dieses Gitters ist abermals eine hölzerne Einfassung, in deren Mitte der schon erwähnte^Teinpelstein „Eben Scheßijah" ruht. Dieses ist ein großer runder und weißer Stein, der ungefähr 30^ Fuß im Umfange hat, oben mit einer roten Atlaßdecke überzogen. Er ist nur auf einer Seite am Boden befestigt und unten mit Holz gestützt, damit er nicht herabfalle; unter demselben ist der Boden abgegraben und er scheint in der Luft zu schweben. Seine Erhebung von dem Boden ist ungefähr 10 Fuß. Die Mohamedaner verehren diesen Stein als ein Heiligtum, denn sie sagen, daß Abraham, als er seinen Sohn Jizchak opfern wollte, auf demselben gesessen, sogar die 'fünf Finger Abraham's bemerken und zeigen sie an demselben. Unter der Moschee AI Sachra befinden sich Höhlen und unterirdische Gänge nach allen Richtungen hin; allein Niemand getraut sich, dieselben zu untersuchen oder zu betreten. Ein unterirdischer großer Gang führt von dieser Moschee zu der südlich davon liegenden AI Achsa, d. h. die äußerste die nördlichste Moschee — denn die Mohamedaner haben drei von ihnen besonders ausgezeichnet heilig gehaltene Moscheen: die eine zu Mekka/die andere zu Medina, die dritte zu Jeruschala jim, das am nördlichsten liegt. Unter dieser Moschee befinden sich verschüttete, unterirdische Gänge und Höhlen, worin Ruinen gleich denen Baalbecks und Tadmors (Palmyra) angetroffen werden. Im Jahre 5606 gelang es zweien Jisraeliten, mitten in der Nacht, in Begleitung von einigen kühnen und, mutigen Europäern durch ein Loch von außen in einen dieser unterirdischen Gänge zu gelangen. Da sahen sie nun mehrere verschüttete, aber großartige Säulengänge, die sich nach Norden ziehen, mächtige Ruinen und wunderbare Ueberbleibsel des grauen Altertums. In der Höhle befindet sich auch ein großer steinerer Sarg mit breitem steinernem Deckel. Niemand weiß, was er enthält, und Niemand ist im Stande, ihn zu öffnen. Die Sagen darüber sind viel und mannigfaltig. Auf allen Seiten des Tempelplatzes stehen mohamedanische Derwische aus der Berberei und Afrika, die wegen ihrer Auszeichnung bei einer Belagerung zu Jeruschalasim das Vorrecht vor allen anderen Derwischen erhielten, daß sie mit langeneisernen Spießen bewaffnet bei Tag und Nacht Wache halten, verhütend, daß kein Nichtmohamedaner den geheiligten Ort betrete. *£«--