Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 15 (3.1911)
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 255 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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255 JfltjfldUae frSwmigkeit. Beiträge zur richtigen Würdigung des j ü d i sch e n Mittelalters und der jüdischen neunzehnten Jahrhunderts. I. Das Bach der Frommeu (2m Auszug.) Nach der im achten und neunten Jahrgang (1862/3) in der Zeitschrift »Zeschurunerschienenen Uebersetzung. III. (Fortsetzung). 25 (47). „Er belehrt uns durch die Tiere der Erde und macht uns durch Vögel des Himmels weise" —: Lehre deinen Sohn treu sein am Hunde, der seinem Herrn mit Treue ergeben ist, und lasse ihn vom Wiedehopf lernen, der „weil er zu Salomo's Zeit dem Genius des Meers in Bewahrung der Treue des Schwurs nicht Treue gehalten, sich erhängt habe". Wenn man das von einem Tiere erzählt, das für seine Treue keinen Lohn und für seinen Treubruch keine Strafe zu erwarten hat, um wieviel mehr sollten wir kein Unrecht tun, keine Unwahrheit reden und in unserem Munde keine Zunge der Täuschung bergen, vielmehr Mund und Herz eins, und das Gepräge des Gottessiegels tragen lassen, das nichts anders als Wahrheit ist. So lehrten auch die Weisen: dein Ja sei wahr, dein Nein sei wahr, deine Winke und Mienen seien wahr, ob dein Haupt eine Bejahung neigt, ob es eine Verneinung schüttelt, alle Bewegungen deiner Glieder seien wahr. „Nur in Geradheit liebt man dich!" wie R. Teboth, dem man die Fülle der ganzen Welt hätte bieten können und er wäre in seiner Rede von der Wahrheit nicht gewichen. Wer es nicht treu meint in seiner Rede, ist dem Götzendiener gleich zu achten und seine Strafe unter Menschen ist, daß selbst, wenn er einmal die Wahrheit spricht, kein Mensch ihm glaubt. Wer aber Wahrheit und nur Wahrheit spricht, und Unwahres nicht einmal denkt, dessen Reden erfüllen sich in der Wirklichkeit, er spricht auf Erden und Gott gibt die Bestätigung vom Himmel, von ihm heißt es: Du tust einen Ausspruch und er erfüllt sich dir. 26 (4,). „Bösewicht", sprach Moses, „warum willst du deinen Nächsten schlagen?!" Er hatte ihn noch nicht geschlagen, und schon das Handaufheben machte ihn zum Bösewicht. Wer, sprachen die Weisen, seinen Nächsten ohrfeigt, ist, als hätte er den Streich gegen die Schechina geführt. Darum nimm dich wohl in Acht, daß du gegen keine Menschen, er sei klein oder groß, wenn nicht gegen deinen Sohn, um ihn zu bessern, die Hand aufhebst. Denke einmal, wenn Jemand zwei Frauen heiraten, und damit den Cherem des R. Gerschom übertreten würde, wie würde da alle Welt über eine solche Frechheit entrüstet sein, und wie laut und verdammend würde sich die Entrüstung äußern! Nun. noch weit mehr als dieser versündigt sich, wer einen Menschen schlägt, oder auch nur die Hand gegen ihn anfhebt, und wäre es auch nur gegen ein Kind! j