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Jüdischer Volksbote · 1911-03-01 · 15 (3.1911) · p. Seite 251

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
15 (3.1911)
Date
1911-03-01
Page
Seite 251 (sequence 5)
Language
German
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261 vermag, und darin sind Reich und Arm gleich. — Und am zweiten Sabbat, der 1127 klHig. da tritt das Bild Amaleks vor uns, des Amalek, der Israel zuerst bekämpfte und vermeinte, durch seine Macht Israel besiegen zu können, JSräel, daS von Gott beschützt war, dem Gott seine Lehre geben wollte, um es so mit dem unvergänglichen Gottesgeiste auszurüsten. Amalek ist der Vertreter der Macht gegenüber dem Geiste. Aber er muß es erfahren, 123? rp?T^> '2, daß nicht der rohen Kraft der Sieg verliehen ist, nnd daß ein einziger Hauch Gottes genügt, um alle seine Scharen zu vernichten. — Aber auch diejenigen, die ganz der Kraft chres Geistes vertrauen und nichts Höheres anerkennen, als diesen Menschengeist, auch sie müssen erfahren, daß ihr Ideal ein trügerisches ist. Und es ist die ni§ die dies eindringlich predigt. Bon dieser Vorschrift über die NY118 N12 sagt der weise König Salomo: 13#$?? pOVT pDjn. Er, dem alle Geheimnisse menschlichen Wissens offenstanden, der hinabgestiegen war in die Tiefen der Erkenntnis, er sprach im Hinblick auf dieses Gottesgebot, daß es zu tief sei, als daß Menschengeist sich an seine Ergründung heranwagen könnte und er hat damit ausgesprochen, daß die Weisheit Gottes, die Weisheit der Thora über der menschlichen stehe, daß der Mensch zwar vieles einsehen und erforschen kann, daß ihm aber doch noch weit mehr verborgen bleibt und daß er vor allem mit seiner Verneinung oder mit seinen Zweifeln Halt machen muß vor dem Gotteswort. Die höchste Weisheit ist nicht bei den Menschen zu finden, ist Gott Vorbehalten. — Was aber dem Menschen als Ideal vorschweben soll, das ist in der vierten der nVEhg J?3"iN angedeutet: Ojb Hin U^nn. Die stete Erneuerung des Menschen, seine fortwährende Vervollkommnung, sie muß das Ziel dieses Erdenlebens sein. Das ist ja der Vorzug des Menschen vor den andern Wesen, daß s i e schon mit der Vollkommenheit ins Dasein treten, die sie erlangen können, während er allein höher streben muß. Er muß sich bemühen, nicht derselbe zu bleiben, sondern jung zu werden, seine Eigenschaften zu verbessern, seine Seele zu veredeln, sein Herz und sein Gemüt zu b i l d e n. Und darin liegt auch der Zusammenhang zwischen den ffl'BhB 2Z1.8 und dem NvP-Fest, dem Feste der Erlösung, jener Erlösung die nach dem Worte unserer Weisen vorbildlich ist auch für die Erlösung der Zukunft. Zuerst muß diese Selbsterneuerung, diese Vervollkommnung des Menschen stattfinden, zuerst müssen wir dies als unsere Aufgabe erkannt haben und danach streben, dann können wir würdig werden der Erlösung. U

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