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Jüdischer Volksbote · 1910-12-01 · 14 (12.1910) · p. Seite 242

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
14 (12.1910)
Date
1910-12-01
Page
Seite 242 (sequence 14)
Language
German
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242 gottesfürchtige Fromme, die nicht wünschen, daß irgend jemand durch sie strafbar wrroe, es sofort, wenn jemand irgend etwas Ekel Erregendes vor ihnen thut, in ihrem Herzen verzeihen, damit ihn ihretwegen keine Schuld treffe, und ebenso Speichel rc.-Auswurf, die sie finden, sorgfältig bedecken, damit nach keiner Seite hin dadurch Uebles geschehe. 24 (4e). Alles was du tuest, tue um Gottes Willen. Daß du nicht effest und schlafest und dich gesund und stark zu erhalten suchest, um materieller Zwecke willeu, und Vermögen erwerben zu können; sondern nähre dich und erhalte dich, damit du in dem Dienste deines Schöpfers ausdauern, und dich mit seiner Lehre und seiuen Geboten beschäftigen könnest. Wäschest du deine Hände oder sprichst die allen geläufigen Berachoth über Fruchtgenuß oder Mizwoth, so richte deinen Sinn darauf, den Namen deines Schöpfers zu preisen, der dir seine Wundergüte auch darin hat angedeihen lassen, dir diese Frucht oder dieses Brot zum Genüsse, oder dieses Gebot zur Erfüllung zu geben. Gleiche aber jenen nichr, die nur aus Gewöhnung handeln und Worte sprechen, ohne die Gedanken des Herzens dabei zu haben. Darob hat ja Gott seinem Volke gezürnt und hat uns seinen Diener Jesaias mit den Worten geschickt: «weil sich dieses Volk herangedräugt hat, mit Mund und Lippen mich geehrt, aber sein Herz blieb fern von mir und die Verehrung die sie mir brachten, war angewöhntes Menschengebot" — es hatte Gott zum Jesaias gespochen: Siehe, Jesaias, was meine Kinder tun, ist nur äußerlich, und sie halten daran, wie ein Mensch, der die angewöhnten Sitten seiner Väter beibehält, — sie kommen in mein Haus und beten vor mir die bestimmten Gebete nach väterlichem Brauch, allein nicht mit ganzem Herzen — sie waschen sich die Hände und ' sprechen C'T nS"c: bv, brechen das Brot und sprechen K'Xlön, essen, trinken und sprechen Berachoth wie es ihnen geläufig ist, allein indem sie die Segenssprüche sprechen, denken sie gar nicht daran mich zu segnen: — darum zürnte er und schwur bei seinem großen Namen, die Weisheit seiner Weisen, die ihn erkennen und doch nur gewohnheitsmäßig, aadachtlos Berachoth sprechen, vergehen zu lassen. Denn also heißt es weiter: «Darum lasse ich an diesem Volke das staunenswerteste Wunder sich vollziehen, daß die Weisheit seiner Weisen zu Grunde gehe und der Verstand seiner Einsichtigen sich verberge." Darum haben die Weisen so sehr gewarnt: Uebe alle Uebungen um ihres Urhebers willen! Denn Alles was Gott in seiner Welt bewirkt hat, hat er uni seiner Ehre willen hervorgerufen. Mache sie nicht zum Kranze dich zu schmücken, daß du etwa Mizwoth vor Menschen übest, um bei ihuen damit Ruhm zu finden; denn damit erreichen wir nicht das Wohlgefallen unseres Schöpfers, da wir seinen Dienst nur um des Wohlgefallens der Menschen willen üben, und der Lohn, den wir vergebens erhofft, wird uns nicht werden. Vielmehr je ungesehener Jemand seine Pflichten übt, um so höher steigt sein Verdienst, und am Ende kommt er doch in Folge der Umstände zu Ehren, yotr: 121 t]io übersetzt 'aWw cinn: Alles, was in dieser Welt geschieht, kommt zuletzt zur größten Oeffentlichkeit. Fortsetzung folgt.

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