Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 14 (12.1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 236 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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236 sichtigen müssen? Ein einziges Wort enthält die Antwort auf diese Frage: „Dinim" lautet die Antwort, oder wenn wir uns modern auSdrückcn wollen „Praktisches Judentum*. Unsere künftigen Frauen und Mütter sollen über die kleinsten Details unserer Religion unterrichtet sein, es darf keinen Din geben, der im praktischen Leben vorkömmt und ihnen unbekannt wäre, nicht etwa, daß sie die 4 Bände des Schulchan Aruch auswendig kennen sollen — aber alle jene Dinim, welche im jüdisch-religiösen Hause Vorkommen, sollen und uiüssen sie kennen. Dieser anscheinend spröde Stoff, der nach der Meinung vieler die jungen Damen langweilen wird, läßt sich in gefälliger Form behandeln, als Vortrag behandeln, der vom Anfang bis zum Ende das Interesse wach hält. Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht. Vor einigen Jahren hielt ich vor einem Kreise von 80—100 Damen jeden zweiten Schabbos einen Vortrag über Dinim, und ich konnte zu meiner Freude konstatieren, daß das Interesse der Damen sich stets gleich blieb. Einen Teil dieser'Vorträge habe ich dem Schriften- Verlag der „Freien Vereinigung" zur Verfügung gestellt, der die event. Veröffentlichung in Aussicht genommen hat. Wenn diese Vorträge auch im Druck erscheinen sollten, so würde ich sie doch keineswegs als Ersatz für mündliche Vorträge ansehen können, denn nur ein lebendiger, mündlicher Vortrag, bei d em auch die Persönlichkeit des Vortragenden, sowie Begeisterung für unsere heilige Emunah mitwirkt, vermag die wahre Liebe und vollkommenes Verständnis für unsere Tauro uud Mizwaus zu vermitteln. Unsere einzige Forderung für die Weiterbildung unserer Töchter ist und muß nach unserer Meinung sein, die Mitteilung der Dinim durch Vorträge und Kurse. Vielleicht werden diese Zeilen den einen oder den anderen Collegen, Rabbiner oder Lehrer veranlassen, sich über die von uns angeregte Frage in diesen Blättern zu äußern. Unrere täglichen Sennvminei. Kaffe, Thee, Tabak. Von Dr. Wen Zi«n. Wir haben uns in den letzten Nummern dieses Blattes über die Nahrungsmittel unterhalten, deren der menschliche Körper täglich bedarf, um das, was er verbraucht, wieder zu ersetzen. Wir sahen, daß die eigentlichen nährenden Stoffe nur Eiweiß, Stärkestoffe, Fett, Waffer und Eiweiß sind. Würde man nun einem Menschen diese Nährstoffe in reiner Form vorsetzen, so würden sie ihn anwidern, denn der fade Geschmack