Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 12 (8.1910)
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 204 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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/ — 204 auf deine Besserung; tue dir in deinem Innern nichts zu Gnte auf dein Gutes, und jede frommz Tal und Uebnng tue heimlich und still. Vergiß nicht, daß der Schlußstein aller Frömmigkeit ’pi?« 03? 5?33tn heiße „das in dir Stille wandeln mit Gott!" das sich nichts zu Gnte tu», ans gottgefällige Gesinnungen und Handlungen! Darum hüte dich um allen Preis vor dieser Selbstgefälligkeit. Freut sich gar deren Herz der Anerkennung, die das Gute, das du getan, vor der Welt empfängt, so hast Du schon einen Teil des Lohns für deine Guttat dahingenommen. Freut sich dein Herz wider deinen Willen und ohne deine Absicht, so übe dein Herz diese anfteimende Hoffarth zu bezwingen, und laffe lieber das Gute ungetan, das dich hintennach mit hoffärtigem Selbstgefallen erfüllt, bis du dein Herz, geübt das Gute zu tun und es sofort aus deinem Gedächtnis zu verwischen. 7 fg). Die Stärke der Frömmigkeit bewährt sich immerhin in der Festigkeit, mit reiner Absicht das Gute zu üben und das Böse zu lassen trotz der Spöttereien, denen man deshalb ausgesetzt wäre. So z. B. in deinem Verhalten zn Frauen. Laß deine Blicke nicht auf Frauen ruheic, und weide dich nicht an ihren Reizen, selbst wenn z. B. auf Hochzeiten die Frauenwelt in ihrem ganzen Schmuck die Augen deiner ganzem männlichen Umgebung auf sich zöge. Sei Du immerhin der einzige Torunter allen. Dein Auge wird dafür die einstige Herrlichkeit Gottes schauen, die er seinen Frommen aufbewcchrt. 8 (10). Fromm heißt: sich täglich in Dingen üben, die seinen Trieben und Neigungen schwer fallen. Z. B. Von Niemanden etwas Böses zu reden, kein unnützes Geschwätze führen, kein unwahres Wort zu sprechen, nicht Frauen zu betrachten, nicht durch Spazierengehen Zeit vertändeln, nie zn schwören, nie den Namen „Gott" unnütz zu nennen :c. gegen alles Dies und Aehnliches sträubt sich bei dem Einen und Anderen mehr und minder Trieb und Neigung, und solche' Triebe und Neigungen zn bekämpfen, ist die Aufgabe des Frommen Je gewöhnlicher aber solche Versündigungen und je schwerer sie zu bekämpfen sind, um so wichtiger ist es, daß Eltern schon früh ihre Kinder darin gewöhne», damit ihnen das Gnte zur Gewohnheit und zweiten Natur werde, die man auch im Alter nicht verläßt. (Fortsetzung folgt) Die Aerl»du«g des Wehes \n de» Mo«tagsmür!rte«. Wir berichteten in Nr. 9 des „Jüdischen Volksboten" über die nach mancherlei Vorarbeiten in Angelegenheit der Biehverladung am Sonntag stattgehable Sitzung unserer Commission vom 22.März und die dort gefaßten Beschlüsse. Inzwischen hat der Vorstand der „Freien Vereinigung", nachdem persönliche Rücksprachen mit der „ständigen Tarifkommission" in Hannover und dem Reichseisenbahnamt ergeben hatten, daß die Angelegenheit der einzelstaatlichen Kompetenz unterliege, unterm 27. Mai eine ausführlich be-