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Jüdischer Volksbote · 1910-06-01 · 11 (6.1910) · p. Seite 190

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
11 (6.1910)
Date
1910-06-01
Page
Seite 190 (sequence 16)
Language
German
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190 gegossen hat. Ter Doktortitel hat namentlich in halbgebildeten Kreisen eine mächtige Zugkraft; er öffnet die Pforten der reichen Häuser, weil sich die Patriziertöchter mit Vorliebe Frau Or. nennen lassen wollen. Den zweiten Rang nimmt der Kaufmannstand ein. Jedoch vornehm stolz blickt man im gesellschaftlichen Zirkel auf den schlichten Handwerker von oben herab, und «s ist daher kein Wunder, wenn bei der gegenwärtigen Strömung, nach außen zu glänzen, die Eltern, welche ihre Kinder in hoher sozialer Stellung glücklich sehen wollen, sich sträuben, dieselben dem einfachen, vom guten Ton verpönten Handwerk zuzuführen. (Fortsetzung folgt). von der „Jüdischen Volksbücherei." In unserer „Jüdischen Volksbücherei" sind soeben als Band 6 und 7 zwei Geschichtenbüchlein „Daheim und Draußen" von Max Speier erschienen, denen der Verfasser folgende hübsche Widmung vorausschickt: Ein schlichtes Buch nur Für Groß und Klein Und bittet dennoch: Laßt mich ein! Ich bring' nicht Mächt'ges, Das Welt durchrauscht, Ich Hab' mit Sternen Nicht Gruß getauscht. . Es ist kein Künstler, Der mich gemacht, Es ist kein Meister, Der mich erdacht. Nur rein an Wollen Und rein an Sinn, Stell' ich mich zaghaft Vor Euch hin. Und wenn ein Seelchen Ich nur gerührt, Und nur ein Auge Ein Tränlein spürt, Ein Kindcrantlitz Nur weicher glänzt, Bin ich zufrieden Bin ich bekränzt. Ein schlichtes Buch nur Für Groß und Klein Und möcht' doch schlüpfen Ins Herz hinein. Im nachfolgenden geben wir eine Probe aus dem ersten der beiden Bändchen, die gewiß zahlreiche Freunde bei Jung und Alt finden werden. ver Sumpf. Eine Parabel zum Wochenfest von Max Speier. Es war einmal ein Sumpf, ein großer, riesiger, gewaltiger Sumpf, ganz tief, ganz schwarz, ganz schlammig. Drum herum war fettes schönes

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