Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 11 (6.1910)
- Date
- 1910-06-01
- Page
- Seite 187 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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187 die Folgen des zu starken Genusses fetthaltiger Speisen sei. Noch weniger trifft das für die eiweißhaltigen Speisen zu. Jenes Fett stammt vielmehr größtenteils aus den „Stärkestoffen". Also dicke Suppen, Süßigkeiten. Mehlspeisen, Kartoffel, Reis u. drgl. wirken anfettend. Die überstarke Anfettung aber bedeutet nicht einen bloßen Schönheitsfehler und nicht nur eine Unbequemlichkeit bezüglich der Atmung und der allgemeinen Bewegungsfähigkeit, sondern eine wirkliche Krankheit; wer kennt nicht die asthmatischen und sonstigen Beschwerden und Gefahren des fettig entarteten Herzens? Hoffentlich drängt sich nun keinem Leser die Frage auf: Was sollen wir denn nun effen, wenn der Genuß der einen, wie der anderen Nährstoffe Gefahren in sich birgt? Aus der obigen Darstellung ergibt sich ja gerade, daß jede einseitige Ernährung von Übel ist, gleichvie l, ob es sich um zu einseitige Fleisch- oder zu einseitige Anfeltungsnahrung . handelt. Allen Gefahren begegnet man eben am besten dadurch, daß man die Nährstoffe rationell mischt, denn die so bewirkte Vermeidung jeder Einseitigkeit ist der beste Schutz gegen die geschilderten Stoffwechsel- Erkrankungen. Freilich, nicht die Mischung allein macht es, sondern ebenso wesentlich ist die allgemeine Mäßigkeit. Denn was nützt die rationelle Mischung der Nährstoffe, wenn davon soviel ausgenommen wird, daß von jedem einzelnen der Stoffe eine unzuträgliche Menge den Körper passiert? Dann setzt sich der Mensch ja allen Gefahren jeder besonderen Form von einseitiger Ernährung aus. Jedermann kennt hierfür aus nächster Umgebung Beispiele. Mit diesen beiden Mahnungen verlaffeu wir das Kapitel „Fleischgenuß" und wenden uns nun den Stärkestoffen und Gemüsen zu. Vst Baadu>erk im Judentum. Von I. St. (Fortsetzung.) Besonders hoch in Ehren stand das Handwerk in früheren Zeiten. Es war unter allen Arbeiten der bcliebeste und verbreitetste Beruf, und das Sprichwort von seinem goldenen Boden fand seine Bestätigung int schönsten und edelsten Sinne des Wortes. Schon in den ersten Blättern der qciligcn Schrift werden die Erfinder von Künsten und Handwerken namhaft gemacht, was ihnen ein ehrenderes und bleibenderes Denkmal als von Erz und Etein gesichert hat. Jobol war der erste Hüttenerbauer, Jubal war der Vater aller Zither- und Harfenschläger, Tubal-Kain erfand die Kuitst, Kupfer und Eisen zu schmieden. Welche Verbreitung das Handwerk im jüdischen Volke gefunden hat, geht aus der Erzählung der Bibel vom Bau der Stiftshütte