Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 11 (6.1910)
- Date
- 1910-06-01
- Page
- Seite 184 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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184 Anschauung und niTia. Diese Klasse steht aus einer Zwischenstufe zwischen Kindergarten und Schule; ihr offizieller Name ist deshalb auch „Borbereittmgsklaffe" (nr:c). Der arabische Unterricht beginnt mit der dritten Klaffe. Soweit Herr Dr. Auerbach. Meine Befriedigung über die gehörten Mitteilungen wuchs erheblich, als ich die Schule besichtigte und dem Unterricht in allen Klaffen beigewohnt hatte. Man gewinnt äußerlich, was Reinlichkeit, Ordnung, Disziplin anbelangt, vollkommen den Eindruck, in einer guten deutschen Schule zu sein, und der Geist pflichttreuer begeisterter Hüdischkeit, der unter Lehrern und Schülern herrscht, dürfte demjenigen der besten Talmud-Thora-Schulen nicht uachstehen. Pethach-Tikwa bedeutet für das Schulwerk natürlich nur einen Anfang. Neben Pethach-Tikwa hat die „Freie Vereinigung" auch die Talmud- Thora-Schule in R i s ch o n - l e - Z i o n , der zweitgrößten Kolonie, bereits unter ihre Obhut genommen und sie zur Umgestaltung nach denselben Prinzipien der Leitung Dr. Auerbachs unterstellt. Auch dort sind bereits höchst erfreuliche Erfolge erzielt, Erfolge, die in dem französisierten Rischon von besonderer Bedeutung sind. Es ist selbstverständlich, -daß man in den gesetzestreuen Kreisen der übrigen Kolonien ein möglichst rasches weiteres Vorgehen der „Freien Vereinigung" auf dem betretenen Wege mit Sicherheit erwartet; so wurde mir in Ekron und Rechowoth die Uebernahme der Talmud- Thoras durch die „Freie Vereinigung" als unmittelbar bevorstehend angekündigt. Hoffentlich ist da nicht der Wunsch Vater des Gedankens. Daß die „Freie Vereinigung" inzwischen auch der Hafenstadt Haifa zu Hülfe geeilt ist und dort einstweilen Lehrer für höheren Talmudunterricht und für Arabisch gestellt hat, ist mit Rücksicht auf die schwierige Lage der Haifaer Aschkenasim-Gemeinde besonders anzuerkennen. Haifa hat eine glänzende Zukunft, und es werden sich dort die gut jüdischen Elemente gegenüber dem Kultur-Radikalismus nur dann geistig halten können, wenn ihnen die europäischen Gesinnungsgenoffen moralisch und materiell kräftig zur Seite stehen. Eine gute Talmud-Thora-Schule nach dem Muster von Pethach- Tikwa ist dabei erste Vorbedingung. Soweit ich erfahren konnte, steht man auch in den rabbinischen Kreisen Palästinas dem von Dr. Auerbach inaugurierten Schulwerk mit großem Wohlwollen gegenüber; selbst ein so ausgesprochen intransigenter Mann wie der „Sluzker 31" in Safed hat mir den Wunsch geäußert, daß die „Freie Vereinigung" nach dem Programm von Pethach-Tikwa überall (auch iu den Städten) Vorgehen und so zur Wappnung der schwer bedrohten strenggläubigen Bevölkerung gegen die zersetzenden Einflüsse der Kultur wie zu ihrer wirtschaftlichen Stärkung beitragen möge. Nachdenklich bin ich von meinem Ausfluge heimgekehrt. Wenn unsere Brüder in Europa die Zeichen der Zeit verständen, wenn sie sich klar