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Jüdischer Volksbote · 1910-04-01 · 10 (4.1910) · p. Seite 172

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
10 (4.1910)
Date
1910-04-01
Page
Seite 172 (sequence 16)
Language
German
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172 Beim prenBi$d>eii KriegsmitUter. Am 8. April d. I. empfing. der preußische Krieg-minister, Excellenz von Heeringen, eine Abordnung unsrer Vereinigung in persönlicher Audienz, um unsre Wünsche hinfichtlich der religiösen Bedürfuiffe der jüdischen Soldaten in der deutschen Armee für dabevorstehende Peßachfest entgegenzunehmen. Diese Wünsche waren in einer von der Abordnung überreichten Eingabe niedergelegt und erstreckten sich sowohl auf Heimaturlaub als auf die Ermöglichung der Selbstverköstigung in jüdischen Kosthäusern am Garnisonsorte selbst. Wir wiesen darauf hin, wie nötig es sei, grade den jüdischen jungen Leuten, die in da» Heer eintreten, ihre religiöse Treue und ihr jüdisches Pflichtbewußtsein zu erhalten und in einer Zeit allgemeiner Zügellosigkeit und Zersetzung die Wahrung der väterlichen Religion dem jungen Baterlandsverteidiger so viel wie möglich zu erleichtern. Der Herr Kriegsminister äußerte sich hierauf mit wärmster Anerkennung über diejenigen jüdischen Soldaten, die alleaufbieten, um gewissenhafte Juden zu bleiben. Wer seinen Glauben unter allen Umständen die Treue wahre, meinte Seine Excellenz, von dem dürfe mit Sicherheit erwartet werden, daß er auch seine bürgerlichen und sittlichen Pflichten hingebungsvoll erfülle. Es bereite ihm (dem Herrn KriegSminister) besondere Genugtuung, grade Vertretern der orthodoxen Judenheit gegenüber es aussprechen zu dürfen, wie sehr er jeden ehrlichen Glauben, auch den jüdischen, ehre und wie gerne er bereit sei, den geäußerten Wünschen, soweit es die dienstlichen Jntereffen im Einzelfall gestatten, zu entsprechen. Von Berlin aus werde eine Verfügung in diesem Sinne an die Generalkommandos und obersten Waffenbehörden ergehen. * * * Möchten unsere jüdischen Soldaten die in den Worten des Herrn Ministers liegende Mahnung ihrerseits beherzigen und nicht nur ohne Scheu — bei gewissenhaftester militärischer Pflichterfüllung — von ihren Vorgesetzten die Ermöglichung religiöser Lebensführung erbitten, sondern vor allem durch ihr ganzes Verhalten auch außerhalb des Dienstes zeigen, daß es ihnen heiliger Ernst ist mit ihren jüdisch-religiösen Pflichten. Dann können die Jahre bei der Fahne, die soviel zur physischen und sittlichen Erziehung beitragen, auch in religiöser Hinsicht nicht nur ohne Schaden vorübergehen, sondern sich unter Umständen zu einer Quelle religiöser Vertiefung sich gestalten. Beine fteimai. Skizze, dem Leben nacherzählt von Huüav Wär-Gemen. Wieder wandelt eine glückliche Seele mehr auf Gottes schöner Erde. Martin Wertheimer ist dem Treiben und Hasten der Stadl wieder aufs «inige Tage entflohen und weilet wieder im Frieden und in der Ruhe seines süddeutschen Heimatortes. .Schon sieben Jahre hält ihn der Riesenkörper

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