Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 10 (4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- Seite 168 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Adel, ich bin rin Gelehrter, solche Arbeit paßt nicht für mich". In der Schrift heißt e» - »Der Ewige Dein Gott wird Dich segnen". Sage aber nicht, da die göttliche Verheißung in Erfüllung gehen muß» so kann ich meine Hände ruhig in den Schoß legen. Darum setzt die Schrift hinzu: .In allem, was Du t u st", nur durch Dein Tun kannst Du den Segen Gottes erlangen"'Die erhabensten ausgeprägten GeschichtSgestalten fühtt uns daS jüdische Schrifttum im Bilde der niedrigen Arbeit vor. MoseS war ein Schafhirte, David wurde von der Herde gerufen, um zum König gesalbt zu werden, Saul ging selbst als König hinter dem Pfluge einher. Hillel war ein Holzhauer und Rabbi Scheschet ttug Balken apf dem Rücken und sagte: »Wie erwärmt die Arbeit". «Fortsetzung folgt.) Hygienische Betrachtungen - vom Zleischgenutz. Von De. 'jBen Zi»n. Wir haben im vorigen Kapitel erfahren, daß der Mensch Eiweiß. Fett, Stärkestoffe usw. für ganz bestimmte Zwecke im Körperhaushalt braucht, und daß sich der Mensch am hygienischsten ernährt, der eine möglichst gemischte Kost bevorzugt. Das Eiweiß, das wir zum Ersatz z. B. der verbrauchten Muskelsnbstanz brauchen, beziehen wir zumeist aus Fleisch. Der wirkliche Eiweißbedarf ist sehr gering, gerade in der jüdischen Küche haben sich jedoch bezüglich des Fleischgenuffes soviele Jrrtümer und Vorurteile eingenistet, daß es ratsam ist, bei diesem Nahrungsmittel etwas länger zu verweilen. Die Fleischstücke von verschiedenen Teilen des Tieres sind zwar von verschiedener Schmackhaftigkeit und werden demgemäß recht verschieden bezahlt. Mit dem Nährwert hat das aber nichts zu tun. Ein Stück Fleisch, das eine gewiffe Menge Eiweiß und Fett enthält, ist immer gleich nahrhaft, mag es ein teures Stück von der Lende oder von der Hüfte, oder mag es ein billiges von der Brust oder vom Hals des Rindes, oder mag es vom Fisch sein. Roh sollte das Fleisch nie gegeffen werden, da auf diese Weise tierische Krankheiten auf den Menschen übertragen werden können. Zwar ist diese Gefahr beim koscheren Fleisch nicht so groß wie beim trefenen, da von einem Tier, das deutliche krankhafte Veränderungen, z. B. Perlsucht oder Verwachsungen des Rippenfells, zeigt, das Fleisch nicht genossen werden darf. Aber auch das koschere Fleisch kann in rohem Zustande Krankheitskeime mit sich führen. So kann es z. B., ohne daß das dem bloßen Auge sichtbar wird, die Finnen enthalten, aus denen sich dann im Darm des Menschen der Bandwurm entwickelt. Beim Kochen gehen all diese Keime zu Grunde. In Ausnahmefällen, z. B. bei gewiffen Krankheiten, wird der Arzt zuweilen rohes Schabefleisch verordnen, der Gesunde soll es aber