Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 10 (4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- Seite 165 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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165 gen Gefäße, die man am Sabbath noch gebrauchen will. Diese hebe man außerhalb der Küche mit den Sabbathbroden und etwaigem anderen Chomez an einer besonderen Stelle auf. Auch alles Chomez. das man nicht für den Sabbath notig hat, schaffe man aus dem Hause und eventuell durch vorschriftsmäßigen Verkauf aus dem Besitze. Während in der Küche alles, wie für Peßach bereitet ist, darf auf dem Sabbathtisch, worauf sich die Sabbathbrode, also Chomez befinden, kein Gerät gebraucht werden, das man am Jomkof gebrauchen will. Wir nehmen wenigstens zunächst den Fall an, daß der Tisch mit Chomezgeschirr gedeckt wird. Leert man daher in der Küche die Speisen in ein Jomtofgeräl und bringt dieses auf den Tisch, so kann man diese Geräte nicht mehr für Jomtof gebrauchen. Man kann ja einfache und billige neue Geräte kaufen, in welchen man an diesem Sabbath die Speisen anrichtek und welche man dann für den Chomezgebranch aufhebt. Schüssel für Suppe, Topf oder Kanne für Kaffee, einige Teller, das wird für die meisten Haushaltungen der ganze Umfang dieser Neueinrichtung sein. Wer, wegen der, wenn auch geringen K osten der Neuanschaffung nicht so Vorgehen will und kann, der verfahre mit der größten Sorgfalt und Aufmerksamkeit folgendermaßen: Man gieße das in einem Jomtosgefäße Gekochte, z. B. Suppe oder Kaffee, zunächst in ein kaltstehendes Jomtofgerät, und von diesem erst in das Chomezgefäß, das auf den Tisch komnieu soll. Man kann auch mit Anwendung der peinlichsten Vorsicht die flüssigen Speisen, wie z B. Suppe mit einem Jomtoflöfsel in das Chomezgefäß ausschöpfen. Es ist nämlich verboten, direkt ans dem Gefäß, das auf dem Feuer stand, in das Chomezgefäß zu überleeren. Feste Speisen, He Fleisch nnd Fische, nehme man mit Jomtofgabeln und ebensolchen Messern aus dem Topfe oder der Pfanne und lege sie dann vorsichtig auf das reiuc Chomezgeschirr. Km einfachsten aber und darum ZU empfehlen, ist, roie folgt ZU verfahren: Man esse schon am Freitag Mittag aus Jomtofgefäßen in Jomtofgesch irren zubereitete Speisen wie sonst am Erew Peßach, ohne Brot oder Mazzoh bei dieser Mahlzeit zu genießen. Auch am Freitag abend esse man aus Jomtofgeschirren in einem Zimmer, in dem sich außer den beiden Sabbathbroteu kein Chomez befinden. Die beiden Sabbathbrote aus Chomez bereite man an einem Seiten risch ini selbe» Zimmer vor. Man esse an^>diesem Seitentisch wenigstens ein Jeder ein eine Olive ' großes Stück Brot. Dann schüttele man die Kleider ab, spüle den Mund aus, schaffe das Chomez ans dem Zimmer und setze ohne weiteren Genuß von Brot und Mazzoh die Mahlzeit am Jom tostisch fort. Die Tischdecken, auf denen Chomezkrumen liege», schüttelt man gut und sorgfältig aus, um das Chomez davon z» entferne», und schließt sie ebenfalls zu», Chomezgeschirr. Was übrig bleibt vom Chomez, schenkt man am Schabbos morgen einem Nichtjnden, der nicht zum Haushalt gehört. In einem Orte, an welchem man nicht tragen darf, gibt man das Chomez