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Jüdischer Volksbote · 1910-02-01 · 9 (2.1910) · p. Seite 152

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
9 (2.1910)
Date
1910-02-01
Page
Seite 152 (sequence 12)
Language
German
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152 Etärkestoffe, der Nierenkranke nur wenig Eiweißstoffe genießen darf, so kann von einer gemischten Kost kaum noch die Rede sein. Wir haben bereits gehört, daß unsere Speisen schon von Natur aus Gemische der einzelnen Stoffe darstellen. Man kennt nun genau den Prozeutgehalt der Speisen an einzelnen Stoffen, und weiß auch wieviel von den einzelnen Stoffen einer bestimmten Arbeitsmenge des Menschen entspricht. Aber damit kann der Laie im täglichen Leben nichts anfangen. Außerdem mischt er ja seine Speise in der Küche durcheinander. Dem Gemüse fügt er Salz, Fett oder Zucker hinzu und übergießt es mit einer Sauce, die Ei enthält. In die aus Fleisch gewonnene Brühe fügt er Salz und zubereiteten Teig, also Stärke. Ferner werden die Speisen gekocht, gebacken, gebraten. Aber trotz unserer komplicierten Küche kann der einfachste Mensch bei einigem guten Willen eine durchaus hygienische Diät innehalten, wenn er sich nur an ein paar Hauptregeln hält, die wir bald besprechen werden, und wenn er sich vor Einseitigkeit in der Diät hütet.! ll^ir haben gesehen, daß alle Nahrungsmittel Gemische sind, in denen bald dieser, bald jener Stoff überwiegt. Nur ein Nahruungsmittel wird von der Natur dem Menschen in einer Form gereicht, die allen Ansprüchen gerecht wird, die keine Zusätze und keine Mischungen erfordert, die s o beschaffen ist, daß aus dieser Nahrung allein die Mittel zum Körperaufbau bestritten werden können: Das ist die Muttermilch. Sie besteht zumeist aus Waffer und enthält alle nötigen Stoffe in der für den Säugliug notwendigen Zusammensetzung: als Eiweiß den Käsestoff, als „Stärkekörper" den Milchzucker, ferner das Fett (Butter!) und eine bestimmte Mischung von Salzen. So leicht wird es freilich dem Erwachsenen nicht gemacht. — Der Erwachsene bezieht seine Eiweiß nahrung bekanntich zumeist aus Fleisch. Zwar enthalten ja auch die Pflanzen (Getreide, Linsen, Erbsen) Eiweiß, aber im Verhältnis zur Stärke doch so wenig, daß man sich fürchterlich den Magen überladen müßte, um so seinen Eiweißbedarf zu decken. Der Mensch braucht aber unbedingt eine gewisse bekannte Menge Eiweiß, um seine Muskeln (sein „Fleisch") und überhaupt seine Organe zu erhalten. Dieser Eiweißbedarf ist sehr gering, weit geringer als als die meisten Menschen glauben, aber dieses Wenige ist unentbehrlich. Das Fett braucht der Mensch vor allem, um seine Körperwärme zu erzeugen. Auch lagert sich die zu reichlich aufgenommene Nahrung im Körper als Fett ab. Die Stärke st offe endlich liefern Wärme und Kraft. Wie soll also der Mensch seine Fleischnahrüng einrichten? €ia Test im Dause Mathildens. Der Storch war bei unserem jungen Paare, das wir schon lange kennen, eingekehrt und hatte einen kräftigen Jungen mitgebracht. Unserem vielseitigen Freunde, Herrn Oppenheimer, seitdem Herr Steinhardt in

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