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Jüdischer Volksbote · 1910-02-01 · 9 (2.1910) · p. Seite 151

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
9 (2.1910)
Date
1910-02-01
Page
Seite 151 (sequence 11)
Language
German
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151 Die Dygiene der krnSbning. Von Dr. '35en Zion. Wir haben gesehen, daß es nur fünf Arten von Stoffen giebt, die der Mensch als Nahrungsmittel verwenden kann, weil nur aus ihnen die verbrauchte Körpersubstanz neu aufgebaut werden kann. Die Stoffe heißen: Eiweiß, Fett, Stärke, Wasser und Salze. Das Eiweiß hat seinen Namen von dem Eiereiweiß, kommt aber natürlich nicht nur im Ei, sondern überall in der organischen Natur vor. Die meisten Eiweißkörper liefert das Tierreich : Fleisch, Milch, Käse, Eier haben einen großen Prozentgehalt Eiweiß. Das Fett ist uns allen wohlbekannt. Oel und Butter bestehen fast aus reinem Fett. Den dritten Stoff wollen wir als Stärkestoff bezeichnen: es gehört zu dieser Gruppe nicht nur die reine Stärke, sondern z B. auch alle Zuckerarten. Diese Gruppe liefert die Hauptmenge unserer Nahrung, zu ihr gehört das Mehl, und somit auch Brot und Semmel, ferner Kartoffel, Reis, Gries, Erbse, Rübe u. s. w. Die Stärke wird im Körper zunächst in Zucker umgewandelt, bevor sie der weiteren Verdauung unterliegt. Diese Umwandlung ist zwar die Aufgabe des Magens und Darms, aber der Speichel leistet hierin eine gewisse Vorarbeit, so daß auch hieraus die Notwendigkeit des guten Kauens und der gründlichen Einspeichelung erhellt. Ein weiteres Nahrungsmittel ist das Wasser. Es giebt kaum ein, wenn auch anscheinend »och so festes Nahrungsmittel, das nicht Waffer enthält. Das Waffer spielt im Körperhaushalt eine vielseitige, hochbedeutende Rolle. Die fünfte Gruppe bilden die Salze, wozu nicht n^ir unser Kochsalz gehört, sondern auch andere, wie Kalk, Kali u. s. w, die entweder (wie das Kochsalz), den Speisen zugesetzt werden oder von Natur aus in den Speisen bereits enthalten sind. Es giebt nun kaum ein Nahrungsmittel, das, wie Butter und Oel, ausschließlich aus einem der genannten Stoffe besteht. Die meisten sind vielmehr Gemische Wenn ich z B. den Weizen zu der Stärkegruppe unserer Nahrungsmittel zähle, so ist das zutreffend, weil er an 70»/« Stärke enthält. Aber dabei enthält er auch ll°/» Eiweiß, 13'/» Wasser, 2'/» Fett, 2'/» Rohfaser und fast 2°/« Salze. Wir wollen nun gleich den wichtigsten Sah der praktischen Ernährungshygiene vorausschicken. Jede Form der Ernährung („Diät"), die zu «inseitig ist, ist unzweckmäßig und schädlich. Wenn sich der Wohlhabende allzu reichlich mit Fleisch ernädrl, oder wenn sich der Arme hauptsächlich mit den weit billigeren Stärkestoffen, z. B Brot und Kartoffel ernährt, so sind beide Ernährungsweisen unhygienisch, und eine jede von ihnen hat besondere Krankheiten zur Folge. Am gesündesten bleibt der Mensch, der «ine möglichst ge mischte Kost genießt Wir wollen nun auf diesen praktischwichtigen Punkt näher eingehen. Natürlich sprechen wir nur vom gesunden Menschen. Denn wenn z B. einem Magen- oder Leberkranken eine ganze Reihe von Speisen verboten werden, wenn der Zuckerkranke nur wenig

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