Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 9 (2.1910)
- Date
- 1910-02-01
- Page
- Seite 145 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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145 zu einer großen Konfusion führt, da ihre Jahresrechnung an keine bestimmte Jahreszeit geknüpft ist. Will man diese Unordnung vermeiden, so kann es nur auf iem Wege geschehen, den der jüdische Kalender einschlägt, der die Monate nach dem Monde und die Jahre nach der Sonne berechnet. Dadurch beginnen und schließen unsere Monate mit dem Aufgang und Niedergang des Mondes, während unsere Jahre den Jahreszeiten entsprechen, so daß Nissan immer mit dem Frühling, Damus mit dem Sommer, Tischri mit dem Herbst und Teweth -mit dem Winter zusammenfällt. Dieser Ausgleich der Mondjahre und Sonnenjahre wird durch -ie sieben Schaltjahre ermöglicht, die jeder 19-jährige Mond- <yklus enthält und zwar auf folgende Weise: Das Sonnenjahr hat 365 Tage, 6 Stunden, folglich enthalten 19 Sonnenjahre 6939 Tage, 18 Stunden. Das Mondjahr hat «153 Tage, 12 Stunden 793Teile. Die 12 normalen Jahre des 19-jährigen Mondcyklus enthalten 4252 Tage, 9 Stunden, 792 Teile. Das jüdische Schaltjahr hat 13 Monate d. h. 383 Tage, 21 Stunden. 589 Teile. Die sieben Schaltjahre ergeben soiyit 2687 Tage, 6 Stunden, 883 Teile. Die sämtlichen Tage der gewöhnlichen und der Schaltjahre im 19jährigen Mondcyklus betragen somit: 6939 Tage, 16 Stunden, 595 Teile. Der Unterschied zwischen Sonnen- und 'Mondjahren beträgt somit nur 1 Stunde 485 Teile, der übrigens «benfalls ausgeglichen wird, jedoch durch eine weniger leicht darstellbare Einrichtung des jüdischen Kalenders, die deshalb hier unerwähnt bleiben kann, da es sich hier nur um eine Erklärung der Institution des Schaltjahres handelt. Dieser wunderbare Ausgleich zwischen dem Sonnen- und Mondjahre, der den jüdischen Kalender zum Ideal einer jeden Zeitrechnung macht, wild nur durch die Einfachheit der Einrichtung übertroffen, auf welcher er beruht. Wenn daher die Thora zur Erhaltung und Erfüllung ihrer Gesetze auffordert, weil sie unsere Weisheit und Einsicht vor den Augen aller Völker sind (V B. M. IV, 6) so wird dies 'in erster Reihe auf unsere Zeitrechnung bezogen, nz'21 non ir» <«Ty rat?) rnStoi nioipn aurn ni -iow m royn 'i'yb «*w. Das Zchvlwerk der „Freien Uereinigllllg" im heiligen Fände. Auf dem Boden Palästinas regen sich neue Kräfte. Jahrhundertelang nur kümmerliche Reste des jüdischen Volkes beherbergend — noch 1877 wohnten in Jerusalem nur 7»Oo Sefardun und 8000 Aschkenasim, 1810 waren es 10 aschkenasische Familien —, ist das heilige Land,