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Jüdischer Volksbote · 1910-02-01 · 9 (2.1910) · p. Seite 144

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
9 (2.1910)
Date
1910-02-01
Page
Seite 144 (sequence 4)
Language
German
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144 sie auch zur Festsetzung der Zeiten, der Tage und Jahre bestimmt find, c’ren o'o’Si nnyioSi ninwS vm. Zeit ist nichts als das Maß der Bewegung der Himmelskörper. Erde, Sonne und Mond setzen in ihren Bewegungen und Drehungen umeinander die Zeiträume fest, nach welchen wir zählen: Tag, Monat, Jahr. Die Woche gründet sich nicht auf eine astronomische Berechnung. Sie beruht auf der historischen Tatsache der Weltschöpfung in sechs Tagen, die mit dem siebenten Tag abgeschlossen wurde. Die Erde hat eine Bewegung um ihre eigene Axe und den Zeitraum, den sie dazu gebraucht, sich einmal um sich selber zu drehen, nennen wir einen Tag. Der Tag zerfällt in 24 Stunden, die Stunde in 60 Minuten, die Minute in 60 Sekunden. Der jüdische Kalender teilt die Stunde in 1080 Teile, weil diese Zahl durch alle einstelligen Zahlen — außer 7 — restlos teilbar ist. 18 solcher Teile bilden also eine Minute. Der Mond umkreist die Erde und bedarf für diese Umkreisung 29 Tage, 12 Stunden und 793 Teile. Diesen Zeitraum nennen wir einen Monat. Da der Monat mitten im Tage endet und der neue Monat mitten im Tage beginnt, wir aber einen Monat nicht mitten im Tage zu zählen beginnen können, so gleicht man den Unterschied dadurch aus, daß der eine Monat 29 und der andere 30 Tage hat. Ein Jahr ist der Zeitraum, welcher für den Kreislauf zwischen Erde und Sonne erforderlich ist; das sind 365 Tage und 873 Teile. Da wir auch unser Jahr nicht mitten im Tage beginnen und schließen können, so wird diese Differenz durch das bürgerliche Schaltjahr ausgeglichen, welches im Gegensatz zu den 365 Tagen des normalen Jahres, 366 Tage hat. Daraus ergiebt sich, daß zwischen den Jahren, die wir nach dem Kreislauf des Mondes berechnen (zwölf Mondkreisläufe) und den Jahren, die sich aus dem Kreislauf zwischen Erde und Sonne ergeben, ein Unterschied von etwas weniger als 11 Tage besteht, da das Sonnenjahr etwas mehr als 365 und das Mondjahr etwas weniger als 354 Tage (12 mal 29 oder 30 Tage) zählt. In der nichtjüdischen Welt, berechnen die Mohamedaner ihre Jahre nach dem Kreislauf des Mondes, während die Bekenner des Christentums Sonnenjahre zählen. Die letzteren haben daher vollzählige, richtige Jahre, aber keine richtige Monatszählung. Ihre Monate beginnen nicht mit dem Neumond, sie haben für die Monate nur die Namen, aber es kommt oft vor, daß am ersten oder letzten des Monats Vollmond d. h. die Mitte des astronomisch richtigen Monats ist. Die Mohamedaner haben richtige Monate, aber keine vollzähligen Jahre, da ihr Jahr nur 354 Tage umfaßt. Beginnt ihr Jahr z. B. dieses Jahr am 1. Juni, so beginnt das folgende am 20. Mai, das nächste am 9. Mai, so daß diese Jahresrechnung

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