Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1910
- Issue
- 9 (2.1910)
- Date
- 1910-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4903180-5965937-5965961--193-4903358- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Blätter ^öl-dkl-llNZ dkk gkiDgkn 11. miklsihsstliihkn Antkl-eUkn dkljildisihkn KgMkvölhkkliiig Uo. 9. Frankfurt a. M., Adar I. 5670 — Februar 1910 »4Sl<1 dl SH Das Schaltfabr. Unser gegenwärtiges Jahr ist ein Schaltjahr, das in einem Eyklus von 19 Jahren siebenmal eintritt. Einem vielfach verbreiteten Glauben zufolge, sollen sich die Schaltjahre mehr als andere Jahre durch elementare ungünstige Abnormitäten und schädliche Einflüffe auszeichnen. Für das laufende Jahr hat sogar ein französischer Gelehrter den Untergang der Erde angekündigt, weil sie mit dem Halley'schen Kometen zusammen stoßen werde. Obwohl unser Jahr besonders reich an Katastrophen verschiedener Art ist, liegt doch kein vernünftiger Grund vor, einen Zusamenhang zwischen ihnen und dem Schaltjahr anzunehmen. Als Juden ist es uns sogar verboten, an einen solchen, vernünftigerweise nicht gerechtfertigten Zusammenhang zu glauben. Es gehört für uns in das Gebiet heidnischen Aberglaubens, solche Himmelszeichen zu fürchten. Ein Prophetenwort ermahnt uns, vor Zeichen des Himmels sich nicht zu ängstigen und bezeichnet diese Angst als heidnischen Wahn: c*i:n -]-n Sx '.i -ex nr (' " ,.tcv) norm o’un inrr vinn bx D'avn mnxai na^n *?x. Ein flüchtiger Blick auf den jüdischen Kalender und die Einrichtung des Schaltjahrs dürste am, überzeugendsten dartun, daß diese kalendarische Abnormität in keinem inneren Zusammenhang mit den äußerlichen Abnormitäten stehen kann, welche sich in diesen Jahren ereignen. Die Thora berichtet ans ihren ersten Blättern, daß die Himmelskörper nicht nur der Beleuchtung der Erde dienen, sondern daß