Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Volksbote · 1909-10-01 · 7 (10.1909) · p. Seite 119

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
7 (10.1909)
Date
1909-10-01
Page
Seite 119 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4903180-5965935-5965957--160-4903328
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

119 Gelegenheit, sie zu bekennen und — zu verlassen. Von hohen Gesichtspunkten aus angelegt, ist das lj*3N 133*?«, gedankenticf, ideenreich! Wahrlich, wer mit Verständnis dem Inhalte des mnc gefolgt, dem wird selbst der .„lange Tag" kurzweilig geworden sein! Die Sterne blinken am nächtlichen.Himmel die heilige Lade wird geöffnet und mächtig tönt Israels Glaubensbekenntnis Sch'ma Jisroel. Ein Posaunenstoß — der hochernste Tag ist dahin! Mit Freude und Befriedigung kehren wir in unser Heim zurück; denn mit heiteren Akkorden soll der Tischri ausklingen. Es naht ni;iB. Fromme Völkcrsittc empfiehlt, gleich nach 3" Ausgang, sich mit der Herrichtung der Sukko zu beschäftigen; dem Ernste folge die Freude. Im Gewände der Schönheit tritt uns das Hüttenfest entgegen und Freude ist der Grundton seines Wesens. )Die buntgeschmückte Laubhütte, in der wir wohnen, der Feststrauß, den wir vor Gott schwingen, die stolze Dattelpalme, die wohlriechende Cedernfrucht, die duftende Myrte, die bescheidene Bachweide, die Hallelhymnc, die Frstgebcte welche uns von prunkvollen Zeremonien im Gottestempel melden, vom Wasscropfer, von Illuminationen, bei denen die Volksfreude oft die freiesten Formen annahm, das Alles muß unser Gemüt ungemein anregen, kindlich! froh stimmen, wie die Vorfahren zur ni31L Zeit, da die Speicher gefüllt waren ' und die Kelter floß. Kann diese Freude noch gesteigert werden? Kaum! Und doch, der Kranz der Tischrifeste schließt mit min hrrptf, der Freude am Gottesgesetze, dessen jährlicher Vorlesezyklus nach ni3lC abläuft. Bei der Schlußfeier erreicht die Freude ihren Höhepunkt. Die Liebe zum Gottesgesehe sucht nach lauter Aeußerung. Sie kommt bildlich, ja dramatisch zum Ausdrucke. Ter Thora, der holden Himmelstochter, erkiest man einen Bräutigam, den min fnn; er darf das Schlußkapitel lesen. Ein Anderer „verliebt sich" in den Anfang des Gottesbuches, es ist der 'nnnx'S jnn. | Denn gicbt es wohl ein Ende und Aushören im göttlichen Wort? Und wer trauert Eigentlich um Mose's Tod? Sein Geist, sein Gesetz, lebt ewig mit uns fort, Wir tragen cs im Gotteshausc freudig umher, mit der Thora im, Arme verlassen uns die Herbstfeiertage. Schon hat das min 3'V2 den Winter eingtleitct, trübe Gedanken könnten uns nahen mit den düsteren Herbsttagen, doch die * min nnoiP die Freude am göttlichen Gesetze läßt sie nicht, aiufkommcn, hilft sie verscheuchen. Ja, die Freude mit der Thora und an der Thora bleibt wenn'auch die Festzeiten mit ihren so vers öbiedenen Dindrücken für uns verrauscht sind. Nachdem der Tnchrimonat in so mancher Beziehung seinen Einfluß geltend gemacht, in' Bezug auf unser persönliches, familiäres und gemeindliches Leben, nicht minder auf unsere berufliche Tätigkeit, treten wir in das Winterhalbjahr ei». Wie eine weite Ebene kommt uns diese Zeit vor. wenig oder keine Abwechslungen bietend, kaum unterbrochen von Hügeln, Höhenzügen, kleinep Wäldchen n. dgl. - die den landschaftlichen Reiz erhöhen könnten. Das Bild bleibt sich gleich durch die ganze Gegend. Ein halbes Jabr wird dahingehen bis w'ir s. G. w. wieder einen £■' feiern können, bis das Pesachtest uns grüßt. Unwillkürlich schickt sich Jeder an, welchem Berufe er auch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.