Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 7 (10.1909)
- Date
- 1909-10-01
- Page
- Seite 117 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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heit sei auch noch darauf hingewiese», daß nach Diphteritis ziemlich häufig schwere Sehstörungen aufrreten: die Eltern bringen solche Kinder etwa ö Wochen nach der überstandene» Diphterie in höchster Bestürzung Arzte mit der Angabe, das Kind sei erblindet. Es handelt sich um eine vorübergehende Sehstörung, die in einigen Wochen von allein verschwinden. Man sei also in einem solchen Falle ohne Sorge. Starkes Tränenträufeln oder Eitcrsainmlung am inneren Lidwinkel weisen aus eine Tränensackerkrankung hin, die unbedingt eineT ärztlichen Eingriffes bedarf. Verletzungen am Augapfel, die inlandwirtschaftlichen Betrieben z. B. durch Aehren oder beim Holzsammeln durch Zweigchen, beim Steinklopfer durch Steinsplitter, beim Echloffer u. s. w. durch kleine Metallstückchen hervorgerufen werden, verlangen sofortige ärztliche Behandlung Denn nicht nur für das verletzte Auge, sondern möglicherweise auch für das gesunde Auge besteht höchste Gefahr; über eine ganze Anzahl von Fälle» berichtet die fachwissenschaftliche Litteratur, in denen eine Hinausschiebung der ärztlichen Behandlung zu doppelseitiger Erblindung geführt hat. Alsbaldiges Eingreifen des Arztes kann jedenfalls schwerere Folge» verhüten. Darum größte Vorsicht und unbedingt ärztliche Behandlung nach Verletzungen! Eine Augenerkrankung, vorwiegend des höheren Lebensalters, geht einher mit Kopfschmerze», die gegen das Auge hin ausstrahlen, manchmal mit Erbrechen, Nebelschcn und Sehen von Regenbogenfarben um eine Lichtflamme; treten derartige Krankheitsbilder auf, dann sofort zum Arzte, denn in den ersten Stadien dieser Krankheit ist vollständige Heilung möglich, während die späteren Stadien der ärztlichen Kunst weniger leicht zugänglich sind. . , Auf die sogenannte „aegyptische Augenkrankheit" (Trachom) sei auch noch hingewiesen; zum Glücke ist sie in nur kleinen Bezirken Deutschlands heimisch (vor allem in Ost- und Westpreußen, in der Gegend von Marburg, soivie in gewissen Teilen des Rheinlands): aber notwendig scheint ein kurzer Hinweis auf das Trachom, weil es hie und da durch polnische Arbeiter eingeschleppt wird. Man hüte sich vor der Berührung der Wäsche Trachoinkranker, da diese unheimliche Krankheit durch äußere Berührung übertragen wird. Das sind in kurzer, hoffentlich allgemeiuverständlicher Form diejenigen Lehren und Aufklärungen, deren Beachtung gewiß manches Unglück werhüte», oder doch wenigstens mildern kan».