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Jüdischer Volksbote · 1909-10-01 · 7 (10.1909) · p. Seite 115

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
7 (10.1909)
Date
1909-10-01
Page
Seite 115 (sequence 13)
Language
German
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115 Uon den Krankheiten des -Inges. - Die häufig, gemachte Erfahrung, daß durch zu spätes sachverständiges Eingreifen geringere oder bedeutendere Schädigungen am Sehorgane hervorgcrufen werden, lassen es wohl nicht mit Unrecht als nützlich erscheinen, breitere Volkskreise bekannt zu machen mit denjenigen krankhaften Veränderungen am Auge, deren 2ittftreten unverzügliche fachmännische Behandlung erfordert; ferner, einige Regeln allgemeinerer Natur dem Laien an die Hand zu geben. Beginnen wir mit dem Letzteren: Blei Wasser (Goulard’ sclies Wasser) soll am Auge nie verwendet werden; denn, finden sich apch nur geringste Verletzungen an der .Hornhaut, so bilden sich an dieser Stelle unlösliche Bleisalze: günstigen Falles ist die Folge allerdings nur eine Entstellung durch einen tleiueu weißen Fleck; liegt dieser Fleck jedoch im Gebiete der Pupille, so treten, je nach dem Umfange, kleinere oder größere Sehstörnngen ans. Man benütze B o r w a s s e r Verbände werden am Auge allzu häufig gimacht, gewöhnlich mit dem Resultate, daß man das Gegenteil von dem erz eit, was man erzielen möchte: anstatt daß der Krankheitsproceß znrückgehi die Keime unter dem Verbände eine viel günstigere Entwicklung nehmen als beim Zutritte von Licht und Luft. Also, falls keine Verletzung vorliegt, dann nie eigenmächtig einen Verband anle z. B. bei einer Reihe von Catarrhcn der Bindehaut Vor allem sei gewarnt vor den auf dem Lande sc Auflegen von Kuhmist oder von gehacktem Fleische, fahrung in den Kliniken zeigt, oft 8 — 14 Tagen l egen läßt, so daß der d alle ähnlichen schönen zeit, selbst wenn wie tarke Lichtscheu besteht, beliebten Hansmittcln: das man wie die Ernehme man einfach ein idnng oder gar Eiter denn, es muß zwar Arzt gelegentlich Maden entdeckt im Verbände; diese tu Mittel können nur schaden. Glaubt man schon, verbinden zu müssen, dann reines, weißes Tuch. Nun zu dem Besonderen: Zeigt sich beim Neugeborenen eine Entzü am Auge, daun ist schleunigst der Arzt aufzusuchen nicht, aberes kann sich um eine schwere Augenerkranknng handeln, die, nur wenige Tage vernachlässigt, zur vollständigen Erblind tng führen kann Weitere Erkrankungen im Kindesalter: Eiterbildung an dem Lidrande wird sehr häufig recht leicht genommen; mit Unrecht, denn an diese Entzündung schließt sich gerne Ausfall von Wimpern au. Abgesehen von der häßlichen Entstellung wird dadurch dem Auge ein in verschiedener Beziehung wichtiger Schutz genommen; den» die Wimper» sin > nicht etwa nur zur Verzierung am Lidrande aufgepflanzt — Der Eiter sorgfältig mit feuchten Wattebänschchen entfernt; sitzen dann lasse man diese Wattebänschchen einige Minuten werde jeden Morgen die Eiterkörnchen fest, auf dem Auge liegen,

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