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Jüdischer Volksbote · 1909-10-01 · 7 (10.1909) · p. Seite 108

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
7 (10.1909)
Date
1909-10-01
Page
Seite 108 (sequence 6)
Language
German
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108 von unserer modernen Anschauung gestatteten und gehätschelten Veranstaltungen nicht verzichten zu können glauben, so sollten sie doch wenigstens nicht unsere heiligen Festtage dafür aussuchen, deren Entweihung auch sonst bei diesen Anlässe» fast unvermeidlich ist. Die Thora nicht lernen, ihre Gesetze nicht erfüllen und die Freude mit der Thora, Simchas Thora als Flagge für diese Conterbandc mißbrauchen, das ist ein mwn pSy, eine kränkende Mißachtung der Thora, die zum Himmel schreit. Was könnten sich Rabbiner, Lehrer, Vorsteher für ein Verdienst um die Thora, um jede Seele ihrer Gemeinde erwerben, wenn sie ihren ganzen Einfluß dafür einsetzten, um diesem Mißstand zu steuern! Leicht ist das nicht. Der berühmte Rabbiner von Fürth, Rabbi Josef Steinhart S'atT erzählt in seinem Werke H spv pa?, daß er seine Stelle im Elsaß verloren habe, weil er gegen w diese Unsitte öffentlich aufgetreten ist. Aber er bemerkt zugleich, daß - ihn das nicht abhalten werde, auch für die Folge alles zu tun, um diesem Unwesen zu steuern. Man sieht daraus, daß es sich um einen verjährten, eingefreffem nen Mißstand handelt, dessen Beseitigung den furchtlosen Einsatz der M ganzen mutvollen Manneskraft erfordert, die ohne nach dem Erfolg zu fragen, unbeirrt ihre Pflicht tut. Eines Erfolges ist solch mannhaftes Eintreten gegen die Herabwürdigung der Thora jedenfalls sicher. Solange es noch Männer gibt, die das verübte Unrecht beim rechten Namen nennen und ihnl entgegentreten, braucht Gott kür die Entweihung seiner Thora nicht einzutreten p neoS p w ja: Sa nSycS p. Deshalb sind diejenigen, die sich durch solche Zurechtweisung am meisten betroffen fühlen, dem Zurechtweisenden zum größten Dank verpflichtet. Wir aber wollen vertrauend auf die fortschreitende Bildung und Gesittung unserer Zeit die Hoffnung auf eine Wendung' zum Bessern nicht aufgeben. Die Thora ist dem Leben und der Freude am Leben nicht gram, sie verpflichtet uns zur Freud e Aber zur Freude vor Gott, zu einer Freude, die vor Gottes Blick nicht zu erröten braucht. Je lauter leichtlebige Weltlinge diese Freude mit der Thora als überspannt und ihre Vertreter als rückständige Dunkelmänner verfehmen möchten, um so entschiedener wollen wir die Thora als den Quell der Freu'de, als den Baum des Lebens Hochhalten und es nicht nur durch unsere Gesänge am min nno», sondern auch durch die Tat unseres wochentägigen Lebens bekunden: L"N cSiaS V"N yy kvt min «mim tij? i:S mn '3 minn nma tr'trai Sv: .o"n npo mn -py 'a

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