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Jüdischer Volksbote · 1909-05-01 · 5 (5.1909) · p. Seite 84

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
5 (5.1909)
Date
1909-05-01
Page
Seite 84 (sequence 16)
Language
German
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— 84 daher die Wärmeentziehung eine so große, daß Erkältungskrankheiten vom unschuldigen Schnupfen bis zur Lungen- oder Nierenentzündung die Folge sein könne». Feuchte Strümpfe sollen daher gewechselt werden, bevor sie am Fuße trocken werden. Ebenso ist das häufige Tragen von Gummischuhe» dringend zu widerraten, da die Möglichkeit des Luftzutritts zum Fuße, die ohnedies schon gering ist, durch den Gummischuh noch weiter verringert wird. Nur bei sehr großer Näffe oder besonders großer Empfindlichkeit sind Gummischuhe zu empfehlen. Andererseits aber empfiehlt es sich, den Fuß möglichst oft — besonders im Sommer — seiner luftabsperrcnden Lederhülle zu entkleiden. Da das bei Erwachsene» nicht sehr häufig geschehen kann, so gewähre man' wenigstens den Kindern die Wohltat des Luftbades: am besten läßt man Kinder zn Hause Sandalen tragen. Wir wollen noch Nachträgen, daß Baumwollstrümpfe sich rasch durchnäsien, die Feuchtigkeit aber auch schnell abgeben, während die Wollstrümpfe die Feuchtigkeit schwerer anfnehmen, dafür aber umso länger an sich halten. Der Stiefel sei bequem gearbeitet, der Form des Fußes angepaßt »nd nach amerikanischer Art (mit breit abgerundeter Spitze) modelliert. Schnürschuhe sind den Gnmmizugschuhen vorzuziehen, nicht nur, weil sie eine bessere Anpassung an die ständige und die jeweilige Fußform, sondern vor allem anck, weil sic eine bessere Lüftung der Hant des Fußes ermöglichen. Auch zu hohe Absätze sind »»hygienisch. — War bei unserer bisherigen Betrachtung der oberste Grundsatz für die Auswahl der Kleidung der, daß das Kleidungsstück porös sein müsse »nd die normale Haultätigkeir nicht hemmen dürfe, so wollen wir uns nun für eine» zweite» Grundsatz interessieren: daß die Kleidung nicht beengend sein darf Dieser Grundsatz gilt nicht nur für den Schuh, sondern »och mehr für Strumpfband, Korsett. Kragen u. i. w. Das Gnmmi-Strumpfband, das zum Festhalten hoher Strümpfe rings um das Bein geschnallt wird, ist ein wahrer Missetäter, der schon tausende ' in ihrer Gesundheit geschädigt hat, aber noch immer in unserer Nähe geduldet wird. Bekanntlich liegen die Sehne», in denen das Blnk zum Herze» zurückfließt, sehr nahe unter der Haut. Dieser Rückfluß ist ans bestimmten Gründen gerade am Bein besonders erschwert, so daß es oft zu Blntstand' ungen am Bein, znr Bildung sog^ Krampfadern kommt, die allerlei Beschwerden machen, Wadenkrämpfe und Schwellungen verursachen, znr Geschwürbildnng und zur Blutung führen. Nichts aber begünstigt mehr die Entstehung solcher K rampfadcrn, als wenn die oberflächlichen Venen durch Gummizng abgeklemmt werden, und der ohnedies schon schwierige Rücklauf des Blutes noch mehr gehemmt wird. Am allersinnlosestcn ist cs natürlich, wenn gar Frauen mit mächtigen Krampfadern Strumpfbänder tragen. Fort damit! Hohe Strümpfe befestigt man in der Weise, daß das untere Ende eines Gummibandes an der Außenseite des Strumpfbandes, das obere Ende in der Hüftgegend an irgend einem Unterkleid angeklcmmt wird. Fm folgenden Aufsatz beschließen wir das Kapitel von der Kleiderhygienc.

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