Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 5 (5.1909)
- Date
- 1909-05-01
- Page
- Seite 79 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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und ihre Bedeutung — aber Tage und Woche» soll es zählen und nicht nur von Pesach zu Schwuans, sondern auch von Schwuaus zu Pesach Jahr sür Jahr, ein langes Leben hindurch. Dann wird ihm jeder Tag nrd jede Woche ein Geschenk seines Gottes sei». In den Sfirohtagen war auch der Frühling gekommen. Zuerf hatte er seine Boten geschickt, die Stürme, dann aber kam er selbst und mit ihm die Freude. Die Bäume wurden grün, und bald schauten schüchrer» kleine weiße Blüten in die Frühlingswelt. — Wie wir sie zum ersten Male sahen, hielten wir Rast ans unserem Wege, standen in Andacht vor den kleinen Boten des Lenzes und dankten dem Schöpfer, der in Seiner Liebe das Schöne in der. Welt geschaffen, die Augen Seiner Menschenkinder zu erfreue». Die Sfirohtage sind Tage des Ernstes. Schwere Schickungen Kannten für alle Zeiten an ihnen die Freude aus Israels Zelten, und Nur der dreiunddreißigste Tag, er allein grüßt uns mit dem milden Lächeln des Frohsinns. Die Tage und Wochen zogen vorüber, auch Vag Beanmer ging dahin — wir aber zählten Tag um Tag und hörten schon im Geiste die heiligen Worte, die in wenigen Tagen ertönen sollten. Die zehn Worte vom Sinai, die Aseres Hadibraus, die das ewige Angebinde des Cchwnaus-Festes sind. H. jSch. Rede ru eiuer Thoraweihe in einer Dorfsynagoge. Gehalte» zu Paraschat nnp von Lehrer M. in C. *) ■ In Andacht Versammelte! Der heutige Sabbat gestaltet sich i» unserer Mitte zu einem denkwürdige» Tage, denkwürdig für die Gemeinde, denkwürdig für »ns alle, die wir von nah und fern nns hier versammelt, denkwürdig für die künftige» Geschlechter, die nach uns an dieser Stätte weilen werden. Gilt es doch, einem heiligen Werke die Weihe zu geben, einem Werke, ans das wir schon lange uns gefreut und das wir seit Monaten mehr und mehr seinem Ziele entgegen reifen sahen. Eine neue Thorarolle tritt zum erstmaligen Gebrauche iu unser Gotteshaus ein und wer noch einen Funken jüdischen Gefühles hat, wird sich glücklich schätzen, einem solch freudigen Akte anwohncn zu können. *) In den meisten kleineren Orten unseres Vaterlandes befindet sich kein Rabbiner. So sieht sich der zuständige Lehrer in die Lage versetzt, hie und da dnrch homiletische Anreden (Kasualredenl emzuspringen Ein Hauptcharakterzug derselben dürfte der volkstümliche, populäre Ton sei». Es dürfte zweckmäßig erscheinen^ namentlich jüngeren Kräften hierin Anleitung zu geben. Diese» Zweck verfolgt die obige in Druck gegebene Ansprache.