Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 5 (5.1909)
- Date
- 1909-05-01
- Page
- Seite 73 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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73 neu zu beleben, dann dürfte es wohl am Platze sein, uns darüber zu orientieren, ob dieser äußern Huldigung auch die wahre, innere entspricht, ob wir nicht nur in unser» Synagogen, sondern auch im täglichen Leben dieses Kleinod Hochhalten, als die Thora, wie sie Moscheh einst den Kindern Israels brachte, als den Baum des Lebens, für diejenigen, welche daran sesthalten, ob wir sie pflegen und fördern mit dem Bewußtsein, daß von dieser Pflegetuud Förderung unser ganzes Lebensglück, ja unser bloßes Dasein abhängig ist, oder ob es auch bei uns Kreise, Zeiten und Verhältnisse giebt, welche der Thora diese rückhaltlose Anerkennung versage». — Wenn ja, so erscheint es angesichts des herannahe»iden Festes geboten, unsere Stellung, unser Verhalten, unsere ganzen! Beziehungen zur Ahora aufs neue zu prüfen und »ns mit der Gesinnung zu durchdringen, mit welcher unsere Ahnen einst am flammenden Sinai die Thora Gottes Hinnahmen. *; Diese Gesinnung war die rückhaltlose Bereitwilligkeit das Gottesgesetz hinzunehmen, noch bevor es seinen Trägern bekannt war. Diese Gesinnung hat uns allerdings seitens der nichljüdischen Welt den Ruf eines «leichtsinnigen Volkes" — nhe — eingebracht. Aber sie enthält in Wirklichkeit das Geheimnis, das uns in die Höhe der gottdienenden Wesen hebt, die kraftgerüstet dem Worte Gottes gehorchen. (Talmud Sabbath Fol. 88). Diese Gesinnung zu festigen, wo sie schwankend geworden und sie wieder ne» zu beleben, wo sie im Wechsel der Zeiten eine Trübung erfahren, das wäre der schönste Hnldigungsgrnß, den wir der Thora zym Tage ihrer Offenbarung entgegen bringen könnten. Wenn sich daher in unser» mit Blumen geschmückten Gotteshäusern am Offenbarungsfeste der Thora die alten, heiligen Rollen öffnen, wollen wir uns geloben, treue Träger des lebendigen Gotteswortes zu sein und zu bleiben und diese Trägerschaft auch einst unser» Kindern zu vererben. Wie viele bittere Tropfen ihre treue Erfüllung auch uns und ihnen in den Lebenskelch träufeln möge, wir wollen aus tiefster Seele es dem Vater der Menschheit danken, daß er uns auserwählte von allen Völkern, indem er uns die Thora der Wahrheit! anvertraute und damit ewiges Leben in unsere Reihen gepflanzt hat. „Wir wollen uns freuen mit den Worten Deiner Thorä und mit Deinen Geboten für alle Zeit und Ewigkeit; sie sind unser Leben und die Dauer unserer Tage und ihnen gehöre unser Denken Ta j und Nacht. Mögest Du Deine Liebe uns in aller Ewigkeit nicht entz ehe», Segen und Preis, Dir o Gott, der sein Volk Israel liebt." „Segen und Preis unserem Gott, der uns zu seiner Ehie geschaffen und uns von den Irrenden gesondert, indem er uns die Thora