Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 4 (4.1909)
- Date
- 1909-04-01
- Page
- Seite 62 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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große Verweichlichung zu befürchten ist, oder ob nicht diese Verweichlichung durch anderweitige Mhärtung (z. Bdurch kalte morgenliche Abreibungen) verhindert werden muß. Allen gesunden, erwachsenen Menschen werden wir dagegen leinene, bezw. baumwollene Wäsche empfehlen- Diese Empfehlung gilt aber nur dort, wo Hautpflege und Sauberkeit möglich ist. Vor allem ist eS eiu kurzsichtiges Handeln, gesund« Kinder Wollwäsche tragen zu lasten. Auch in den Fällen, wo der Mensch seine Tagesarbeit hauptsächlich oder nur im Zimmer zu verrichten hat, während er sich auf der Straße im Winter nicht in Schweiß zu bringen braucht, muß das Tragen von Wollwäsche als unhygienisch angesehen werden- ES ist klar, daß dort wo der Körper sich in Ruhe befindet, nämlich im Bette, ausschließlich Leiuen- oder höchstens Baumwollstoffe benutzt werden dürfen (Nachtwäsche, Bettwäsche). Das gilt auch für die Personen, die am Tage Wolle tragen. Nur selten kommt es vor, daß dieser ständige Wechsel von Wolle und Leinen nicht vertragen wird. Aus dem Vorausgehenden geht hervor, daß für Sommer und Winter nur baumwollene Strümpfe empfohlen werden können, während die wollenen Strümpfe noch größere Nachteile haben, wie das wollene Hemd. Darüber, wie über Stiefel, Korsett und andere Kleidungsstücke, da» nächste Mal. Zolle« wir nnfm Tochter in die Großstadt verheirate«? Von Dr. Hl. <&• in L- II. Am andern Abend trafen sich die beiden Freunde im gemütlichen Honoratioren-Stübchen des Dorfmirtshauses. Da sie allein waren, konnten sie ungestört mit einander plaudern. Herr Levi berichtete seinem Freunde, daß er seinen Damen Mitteilung gemacht habe von ihren Gesprächen und von den klugen Reden des Freundes. Und die Damen hätten sich den Gründen des Freundes nicht ganz verschlossen gezeigt. Sie hätten sogar von einem jungen Manne in ihrem Dorfe Andeutungen gemacht, der Mathilde gegenüber nicht ganz unaufmerksam sei, und den auch diese nicht unleidlich finde, „aber er ist nur Viehhändler", fügten sie hinzu. „So, nur Viehhändler", ahmte der Stadtherr Herr Oppenheimer spottend nach. „Die alte Geschichte, daß die Kinder den Stand des Vaters für sich zu gering achten und von den lieben Eltern in dieser ihrer Nichtachtung bestärkt werden. Aber, sag mal, lieber Levi, bist du nicht auch .Viehhändler und ein sehr ehrenwerter, ja sogar ein sehr angesehener Mann? Bist du nicht Gemeinderat und in deiner ganzen Bekanntschaft geschätzt, und wird nicht dein Rat von allen ausgesucht? Kannst du für deine Tochter einen angeseheneren Mann