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Jüdischer Volksbote · 1909-04-01 · 4 (4.1909) · p. Seite 60

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
4 (4.1909)
Date
1909-04-01
Page
Seite 60 (sequence 10)
Language
German
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60 über den Hals des Vogels, damit, falls man die Ader nicht gut herausgebracht hätte, die Ader wenigstens durchges^chnittcn ist. Tic ^unge must man ganz loslösen von den Rippe» und dem Rückgrat. (*3 ist am besten, wenn man sie ganz herausnimmt und vor dem Wässern aufschneidet und auswäscht, weil sie manchmal voll geronnenen Blutes ist, und dieses unbedingt vor dem Salzen entfernt werden muß. Etwas sehr Wichtiges hat man bei Stopfgänsen zu tun, nämlich den Schlund (Beschet) zu untersuchen, ob er nicht durch das Stopfen verlebt worden ist. Auch diese Untersuchung muß durch einen Torakundigeu vorgcnommcn werden. Und zwar must man nicht allein den am Halse der Gans befindlichen X eil des Beschct untersuchen, sondern auch den am Kopfe befindlichen Teil. Bevor man den Kopf der Gans wässert, und salzt, muß er gespalten werden und das Hirn sorgfältig entfernt werden. Auch „brühen" darf man den Kopf oder die ,rüste nicht eher,^als bis sie „koscher gemacht" sind. Darum darf man auch nach dem Rupfen die Gänse nicht in heißem Wafier abreiben, sonder» in kaltem, allenfalls in lauwarmem. Übrigens will ich Dir sagen, daß ^'eute, welche es mit den Mizwaus genau nehmen, ü b e r h a u p t k e i n c Gänse stopfen, oder Stopfgänse essen, da bei diesen sehr oft Trefe vorkommt. Außerdem ist das Stopfen eine große rierquälcrei, die man kaum verantworten kann. Nun leb' wohl liebe Nichte. Tas nächste Mal etwas vom „Sehen" und dergleichen Dingen. Feiert guten und koschere» Bestach wie es wünscht Eure Tante Sara. lFgiene der Kleidung. 35#n I>r. Deu Zion. Sollen wir für die llutcrwäschc Wolle empfehlen? Tie Wolle bat so vielfache Vorzüge — besonders die Zaegersche Normalwäsche, die ans weniger dicht gewebter Wolle besteht —, daß man die Frage rundweg bejahen möchte. Eine weitere Überlegung aber lehrt, daß die Nachteile des Wollhemdes »och größer und, als die Bortelle. Zweifellos bietet Wolle den besten Schutz gegen Kälte, da sie viel poröser, . dh. lufthaltiger ist, als die Pstanzengewebe z. B. Baumwolle und Leinen. Gerät der Körper in Schweiß, so wird die Wolle nicht plötzlich ganz durchtränkt, sondern sie saugt langsam den Schweiß auf, läßt ihn ebenso langsam nach außen hin verdunsten und sorgt so für eine schonende Wärmeentziehung, die fast mit Sicherheit vor Erkältung schützt. Auch kann dir Wolle sehr große Mengen Flüssigkeit anf diese Weise nach Außen leiten. Nun aber die Nachteile! Zunächst ist gerade im Sommer, wo die Schweißbildung am stärksten ist die langsame Abkühlung des Körpers unangenehm. Ferner nimmt die Wolle leicht den

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