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Jüdischer Volksbote · 1909-01-01 · 3 (1.1909) · p. Seite 48

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
3 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 48 (sequence 14)
Language
German
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48 Acker pflügen, selber ihn besäen und beernten, Juden, die auf eignem Boden Herr ihrer selbst, auch al» Juden lebeu können; ein starkes jüdisches Geschlecht, das durch eigne Körperkrast und die zähe Ausdauer, die unS alle Stürme des Schicksals überwinden half, die Scholl« lieben lernt, die ihm Nahrung und Heimat gibt. Es ist eine starke Sehnsucht in unserer Jugend erwacht, sich wieder der Natur zuzuwenden, wo sie, nicht, wie in den jetzt meist gesuchten Berufen; erst spät dazu kommt, selbständig zu werden und einen eignen Herd zu gründen, sondern frühzeitig zur eignen Heimat und zur Ehe gelangt. Diesen Zug müssen wir fördern. Aber er führt hinaus aufs Land, wo eine neue Aera unserer jüngern Generation wartet. Unser Verein wird, im Verein mit der Alexander und Fanny Simonstiftung eine planvolle Erziehung unserer jungen Leute für die Landwirtschaft anstreben nnd für deren spätere Ansiedlung in Genoffenschafte» Sorge tragen. Die Mahnung eines berühmten Historikers: man kann eine Nation ohne ans Schwert zu greifen und ohne einen Tropfen ihre» BluteS zu vergießen vernichten, wenn mvn sie nur der Natur entftemdet, und sie der natürlichsten Beschäftigung, ohne die kein Volk gesund und lebenskräftig bleiben kann, dem Ackerbau entzieht, soll nicht von uns unbeachtet bleiben. Unsere Jugend ist vorzüglich geeignet einen tüchtigen Bauernstand zu bilden, das haben wir in einer nennjährigea Prüfung festgestellt, und selbst wenn es noch Jahre erfordern wird, bis sich unsere Bestrebungen verwirklichen laffen, so müssen wir dennoch schon jetzt umso fester an diesen Zielen halten, die die Zukunft des Judentums einst segensreich mitgcstalten helfen." In der Diskussion wurde hervorgehoben, daß für die Zwecke der Eomniiffion weniger der Hinblick auf „volle Emanzipation" als das vom religiösen Standpunkte überaus wichtige Moment der Erhaltung der Landgemeinden in Betracht kommen. Unter diesem Gesichtspunkte sei die Gründung zusammenhängender jüdischer Ansiedlnngen (Gruppen von mindestens zehn Ansiedlern) besonders sympathisch. Zur Zeit sei ferner die Ausbildung Einzelner für landwirtschaftliche Tätigkeit (wie z. B. in Ahlem) deshalb so gefährlich, weil es nach der Lehrzeit kaum möglich ist, Stellungen unter Wahrung des Sabbaths ausfindig zu machen. Tie von dem Referenten gewünschte starke Beteiligung der religiös gesinnten Kreise an den Bestrebungen des Bodenkulturvereins sei davon abhängig zu machen, ob es möglich sein werde, die Erziehung auf dem neuen Lehrgut mit positiv jüdischem Geist zu erfüllen und den gesetzestreuen Kreise den hierzu notwendigen Einfluß cinzuräumen. Ueber die hierauf zur Annahme gelangende Resolution und die Wahl einer Sonder-Commission ist an anderer Stelle berichtet. Zolle» wir u»fere Tochter in die Großstobt verheiroteu? Von vr. W. K. in Herr Levi in dem hübschen Dorfe mit noch ansehnlicher jüdischer Gemeinde hat es durch Umsicht, Fleiß und günstige Parnoffo zu einem ganz

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