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Jüdischer Volksbote · 1909-01-01 · 3 (1.1909) · p. Seite 44

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
3 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 44 (sequence 10)
Language
German
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44 Höre, SintF*. Ist also die Aufforderung an dich gerichtet? Das Volk, die Gesamtheit, jeder Einzelne, der ihren Namen trägt. Meine nicht, das es irgend einen Grund gäbe, daß du nicht mir angerufcn seist, wenn es heißt: S>r,iP\ Bei all deinem Tun liegt nicht nur siir dich selbst die Verantwortung ans dir, sondern auch die Verantwortung fiir das Ganze, für von dem du ein Teil bist. Einer qom Volke Sx'iB” bist du! Mit Stolz kannst d» diesen Namen tragen. Betrachte seine Geschichte — die Geschichte deines Volkes — von seiner Entstehung an bis auf den heutigen Tag.. Du erkennst, daß diese Geschichte einzig in der Welt dasteht — sowohl in ihrem innersten, treibenden Gedanken als in ihrem äußeren Verlauf. Die äußeren Güter deines Volkes gingen verloren: es wurde verachtet und zu vernichten gesucht von den jeweiligen „Herren der Welt". Bange Sorge könnte dein Herz erfüllen um dein dies myc rr:y, dies „arme, umstürmte" Völkchen. Aber seltsam! Es lebt noch! Inmitten der Stürme, des Untergangs vieler großer Nationen blieb bx~V', „das geringste unter den Völkern",, bestehen. Wie erklärt sich dies Wunder? Ein festeres Band als Staat und Stadt umschlingt und erhält uns: das Band des Namens Smi?’, und dieses Band, dieser Name ist eine Aufgabe! das heißt Gotteskämpfer. Der Kampf für Gott, für die höchsten, reinsten Aufgaben der Menschheit — er trug Israel wie auf Adlerssittichen durch die Stürme der Geschichte. Dieser Kampf für Gott und seine THanro ist auch deine Aufgabe, dein Beruf als Er hebt dich heraus ans der Mitte der Völker; ja, er trennt und scheidet dich in vieler Beziehung von ihnen. Eine Scheidewand zwischen ihnen und dir ist aber unbedingte Notwendigkeit; denn, damit iH'V' seinen hohen Beruf erfüllen kann, darf es sich nicht vermischen, darf nicht aufgehen in den Völkern. Mit ginge auch seine Aufgabe für die Menschheit verloren, die es nicht eher erfüllt haben wird, bis „es das Recht festgestellt hat auf Erden und bis'seiner Lehre die Eilande harren!" Ti: Das dritte Wort des Satzes; du übersetzt es: Der Ewige. Aber diese Übersetzung sagt dir Wenig, wer '.1 ist; denn sie kündet dir nur eine Seite Seines Wesens: die Ewigkeit. Willst du erkennen, wer ’n ist — soweit dem menschlichen Auge Erkenntnis möglich ist — so geh zu den Quellen des Wiffens von Ihm, die er Israel gegeben: zur Thora, zur Natnr, zur Geschichte. Keine will ohne die andere studiert sein. Da siehst du ihn als den allmächtigen Schöpfer der Welt in allen ihren unzähligen Teilchen, mit allen ihren scheinbaren Gegensätzen, in ihrer herrlichen Harmonie. Du siehst ihn als den, der Seine Schöpfung forterhält und leitet in den Bahnen Seiner .ehernen Gesetze. Auch der Menschheit gab Er Gesetze, ließ ihr aber die freie Wahl, sie zu erfüllen oder nicht, gut zu sein oder nicht. Er aber wacht über der Menschen Tun als Richter. Ti: Er ist unser Gott. Ist er denn nicht „der Herr der ganzen Erde" und mas cvjyrr^a 1*1 „schauen nicht alle Völker

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