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Jüdischer Volksbote · 1909-01-01 · 3 (1.1909) · p. Seite 43

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
3 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 43 (sequence 9)
Language
German
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43 Volksunterhaltüngsabende. Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete die „Veranstaltung von Unterhaltungsabenden auf dem Lande". Den Mittelpunkt dieser Ahende sollte jedesmal ein belehrender Vortrag anS dem (Gebiete der jüdischen Lehre bilden, uni den sich dann Vorträge der Schuljugend: Gedichte, Lieder »sw. gnippiren könnten. In den meisten Fällen werden sich die Lehrer wohl gerne der Mühe unterziehen, die Abende zu arrangieren, wenn ihnen Anleitung und Hülfsmittel von der Commission geboten werden. Die „Commiffion für Literatur und Presse" ist mit der Zusammenstellung einer Gedichtsammlung für diesen Zweck beschäftigt. Von einer Seite wurde angeregt, auch die Vorführung von Lichtbildern in da» Programm dieser Abende aufzunchmen, was indessen mannigfache Schwierigkeiten — namentlich in Bezug auf die Beschafsimg der Lichtquellen — bereiten dürste. Gegen sieben Uhr schloß der Vorsitzende die Sitzung mit Worten des Tankes für die rege Teilnahme. ■i Das!tns Ti upiSx Ti Ssur ye«\ Zweimal täglich — ipai ny — sprichst du diesen Satz im Gebet. Jedesmal empfindest du seine hohe Be deutung. Denn du weißt ja: Dieser Satz ist der erste, den das jüdische Kind erlernt; er ist der letzte, der dem Toten ins Jenseits nachgerufen wird. Du weißt, daß er seit Jahrtausenden der Bekenntnisspruch des Judentums ist: Unzählige deines Volkes gaben für ihn ihr Leben dahin: er aber wich und wankte nicht — selbst vor Feuer und Schwert. Ein kleiner Satz ist es: nur sechs Wörtchen zählst du. Aber sei» Inhalt ist so unendlich reich; jedes seiner Worte birgt in seiner Tiefe einen Schatz. Wie dir beim Beten die Empfindung seiner Bedeutung, seiner Größe durch die Seele zieht, so laß ihn jetzt langsam an deinem Verstände vorübergleiten: laß dir ein wenig von seiner Tiefe zu lebendigem Bewußtsein kommen!!yötP Höre — spricht er zu dir — schüttle deinen Gleichmut ab, der alles — sei es nun gut oder schlecht — an sich vorüberziehen lassen will, ohne ihm Aufmerksamkeit zu schenken. "ly 'cip, sagt ystr — raffe dich aus, und mit wachen Sinnen höre! Höre die Lehre des Ewigen! Höre — aber nicht allein mit dem Ohr, das nur den Schall der Worte empfängt. Höre — auf daß mächtiger Widerhall ertöne in deinen, Gemüt (■jaaS *?32), daß der Verstand sich öffne und es verarbeite (itrcj S32); -7 höre — daß dein Wille durch das Gehörte seine Richtung empfange und dein Tun bestimme ("pNO S22)!

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