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Jüdischer Volksbote · 1909-01-01 · 3 (1.1909) · p. Seite 41

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
3 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 41 (sequence 7)
Language
German
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sehen und die deutsche Uebersetzung uw glich ft immer beigefügt werden. Mehrere Eommissionsmitglieder empfehlen, den .Volksboten" als W erbemitt cl zur Heranziehung neuer Mitglieder zu benutzen. Zu diesem Zwecke sollen sich die Vertrauensmänner immer ein paar Exemplare mehr schicken lassen, als Mitglieder am Orte sind, diese Exemplare dann sorgfältig austeilen und die so' Bedachten dann nach einigen Tagen zum Eintritt auffordcrn. Der Iug in die Großstadt. 1 ES wird vielseitig betont und anerkannt, daß dem beängstigenden Drängend in die Großstadt, das namentlich von den weiblichen Familienmitgliedern auf dem Lande vielfach betätigt wird, durch vernünftige Aufklärung über die wirtschaftlichen Schattenseiten des Großstadtlebens entgegengewirkt werden könne. Wenn man auk dem Lande wiffe, daß z. B- 35% der Aerzte in Berlin ein Einkommen zwischen 300 — 3000 Mark, 33'/,% ein solches von Mk. 3000 — 5000 habe, daß man mit Mk. 2 — 3000.— auf dem Lande weiter reiche als mir Mk. 5 — 6000 in der' Stadt und was der statistischen Tatsachen mehr sind, so würde doch mancher rechnende Familenvater stutzig werden und sich fragen, ob er den Sprung nach der. Großstadt wagen oder seine Töchter nm jeden Preis dorthin verheiraten solle. wirtschaftliches. Ein Mitglied gab der Meinung Ausdruck, man könne auf wirtschaftlichem Gebiete der Landbevölkerung keine Ratschläge geben. Jeder verstehe sein Geschäft am besten, und dabei vermöge ihm ein Außenstehender nicht zu helfen. Von anderer Seile wird dieser Standpunkt entschieden besttitten. Es ist zuweilen möglich, ganz neue Erwerbszweige an einem Orte einzuführen, die sich anderwärts bewährt haben und .für welche die lokalen Vorbedingungen gegeben sind. So wird z. Bmitgeteilt, daß in einem kleinen Orte Süddeutschlands durch Einführung der Schürzenfabrikation eine große Anzahl jüdischer Familien Nahrung gefunden habe. Die bereits bestehende Spezial-Commisiion für H a u s i n d u st r i e soll auf Grund der vorhandenen Litteratur und besonderer Rundfragen eine Zusammenstellung der in Betracht kommenden Jndustrieen so rasch wie möglich als Grundlage für die weitere Tätigkeit liefern. Auch wäre eine lebhafte Aussprache im „Volksboten" über die Ursachen guten und schlechten Auskominens aus dem Lande sehr erwünscht. Ueber die Aussichten intensiverer landwirtschaftlicher Betätigung für die jüdische Bevölkerung hält Herr Dr. Arthur Kahn aus Berlin ein längrcs Referat dessen Gedankengang an anderer Stelle wiedergegeben ist. Im Anschluß an dieses Referat wurde folgende Resolution gefaßt- „Die Commission für ländliche Wohlfahrtspflege" erblickt in der Einführung Leutscher Juden in die Landwirtschaft und in der Bildung ländlicher Siedlungsgenossenschaften ein geeignetes Mittel, um dem Rückgänge der jüdischen Landgemeinden entgegenzuwirken. Sie ernennt eine Eommiffiou lRabbiner Dr. Auerbach-Halberstadt, Dr. Kahn-Eßlingen, Dr. Stein- Schweinfurt, Dr. Phil. Jonas Simon-Heidelberg, Kaufmann A. M. Loeb-Dieburg), welche mit der Simon-Stiftung bezw. dem Verein für Bodenkultur darüber verhandeln soll, ob die Erfüllung der von orthodox«

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