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Jüdischer Volksbote · 1909-01-01 · 3 (1.1909) · p. Seite 40

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
3 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 40 (sequence 6)
Language
German
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Bewohner der Dörfer überzeugen sich davon, daß sie in der Stadt treue Freunde und Gesinnungsgenossen haben, die für ihr Judentum ebenfalls Opfer zu bringen wissen und die mit ihrer .Freien Vereinigung' auch dem Lande helfen möchten, soweit es in ihrer Macht steht. Von einer Seite wurde bezweifelt, ob jugendliche Wanderredner guten Eindruck erzielen könnten; doch wiesen demgegenüber mehrere Com' miffionSmitglieder darauf hin. daß grade junge Kaufleute und Akademiker aus der Stadt sehr gern als Vertreter der .Freien Vereinigung' gesehen werden- Beweisen sie doch schon durch ihre Person, daß es gottlob nicht so schlimm um die Sache der orthodoxen Judentums steht, wie die Gegner und manche kleinmütige Anhänger glauben — denn wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft- SelbstverständUch können — so wurde weiter betont — die Wanderredner nicht im entferntesten die Tätigkeit der Rabbiner und Lehrer ersetzen. Aufgabe dieser letzteren ist es, die ausgestreuten Keime zu pstegen, uud die gebotene Anregung zum Weiterbauen zu benutzen. Schiurim. j Von weitreichender Bedeutung für die Förderung des jüdischen Pflichtlebens aus dem Lande und — wie mehrere Commissionsmitglieder betonten — die eingerichteten Schiurim. namentlich wenn sie dazu dienen die Kenntnis des Gesetzes aus geeigneten Quellenschriften zu vermitteln. Von einer Seite wird darauf hingewie'en, daß die Leiter der Schiurim dahin streben möchten, die Teilnehmer zum Selbstlerr.en, nicht zum bloßen Zuhören zu erziehen. An mehreren kleinen Orten ist es gelungen, junge Leute und Baale-Batim so weit zu bringen, daß sie selbständig M i i ch n a j o t h lernen können. Ein solcher Erfolg bringt unermeßlicheit Segen für das ganze Gemeindeleben! Ein Mitglied regt an, die .Freie Vereinigung" sollte Prämien aussetzen für solche Lehrer, denen es bei! ihren Schiurim gelingt. Erwachsene zum selbständigen Lernen rn befähigen. Ter Vorsitzende wird diesen Antrag dem Vorstande zur Erwägung ernrvblen. vezirkrrabbtnate. Es wird zur Svrache gebracht, daß die Wanderredner aus viele» Orte» lebhafte Klagen der Gemeinden über mangelnde Beachtung seitens ihrer Bezirksrabbinen vernehmen. Tie Bezirksrabbinate sind meist so groß, daß die Herren Rabbinen kaum einmal im Jahre, oft noch seltener ihre Gemeinden besuchen können- und die so eintrelende Entfremdung zwischen Gemeinden und Rabbinen hat unheilvolle Folge» für das religiöse Leben. Von allen Seiten wird der Wunsch geäußert, die »Freie Vereinigung" möchte ihren Einfluß dahin geltend machen, daß diejenigen gesetzestreuen Rabbinen, die nicht in der Lagelsind jede Gemeinde— abgesehen von den formellen Schulprsisungen — mindesten» einmal im Jahre über S abbath zu besuchen, durch Anstellung von R a b b i n a t s - A ssi st c nt e n sich selbst die intensivere Pflege de» religiösen Lebens auf dem Lande ermöglichen sollten. volknbote. Die Herausgabe des .Volksboten' wird fast einstimmig niit Freuden begrüßt und der Ton, den das Blatt angeschlagen, als angemesien bezeichnet. Von einer Seite wird gewünscht, c? sollten die hebräischen Worte im Text mit Pnnktation ver

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