Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1908
- Issue
- 2 (11.1908)
- Date
- 1908-11-01
- Page
- Seite 35 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4903180-5965933-5965950--054-4903228- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
dickeS kragen; das ist auch insofern praktisch, alS wir dann beim Betreten einer wärrneren Gegend, z. B. des geheizten Zimmers, das dicke Oberkleid ablegen können. Der Winteranzug braucht daher nicht viel dicker zu sein als der Sommeranzug. Ueber das Material nun, aus dem das Oberkleid gefertigt sein soll, wollen wir hier nicht sprechen. Waschbares Material können wir hier nicht verlangen; auch soll es haltbar und vor allem auch schön sein. Wir werden uns mit der Forderung begnügen, daß es genügend luftdurchlässig sei. Wer sich vor Durchnäffung schützen will, versehe sich mit einem Mantel, der aus einem entsprechend imprägnierten Wollstoff gefertigt, für Waffer ziemlich uudurchläffig, für Luft aber ziemlich durchlässig ist — nicht aber mit einem Gummimantel, der die Verdunstung der Hautfeuchtigkeit in unangenehmster Weise verhindert. Sehr viel größere Anforderungen aber stellen wir an den Teil der Kleidung, der der Haut näher liegt, die Unterkleidung. Sollen wir hierfür Wolle empfehlen? Darüber das nächste Mal. ver RSnig und der Rabbiner. Eine wahrheitsgetreue Begebenheit aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Von Rabbiner Dr. Schweizer-WeikerSheim. Zwischen Stuttgart und Heilbronn an den waldreichen Ausläufern des Strombergs liegt das rebenunikränzte, sonnige Dorf Freudenthal. Hier in diesem reizenden Orte befindet sich heute noch eine fromme israelitische Gemeinde, deren Anfänge schon Jahrhunderte zurückliegen. Die Rabbiner dieser einst blühenden Gemeinde zeichneten sich von jeher durch ihre trefflichen Eigenschaften, ihre tiefinnige Frömmigkeit und hervorragende Gelehrsauikeit ganz besonders aus. Es sei nur an die heilige Gestalt des Rabbi Josef Schnattich erinnert. Gar viele wackere Männer, die heute noch in der schwäbischen Residenzstadt leben, haben diesen Rabbiner noch von Angesicht zu Angesicht geschaut und die Lehre Gottes ans seinem Munde, vernommen. Sein Name ruft heute noch bei diesen Männern heilige Erinnerungen wach. Ein ebenso berühmter und von der württembergischen Regierung hochangesehener Rabbi war der Amtsvorgänger des Rabbi Josef, der Landrabbiner Rabbi Alexander Elsäffer. Bon Geburt ein Elsäffer (er war im Jahre 1729 in Wittersheim geboren) verbrachte er den weitaus größten Teil seiner Lebensjahre m Württemberg. In dem jugendlichen Alter von 24 Jahren wurde er 1753 von den Israeliten zu Hochberg and Stuttgart (letztere bildeten damals noch keine Gemeinde) nach Hochberg als Rabbiner berufen. Im Jahre 1764 aber übernahm Rabbi Alexander den Rabbinatssitz von Freudenthal. Unter dem Namen Reb Sender Freudenthal, lebte