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Jüdischer Volksbote · 1908-11-01 · 2 (11.1908) · p. Seite 32

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1908
Issue
2 (11.1908)
Date
1908-11-01
Page
Seite 32 (sequence 14)
Language
German
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32 nur hundert bezieht. Darum, ihr Dorfhandwerker, tut euch im Einkauf zusammen. Was dort mit der Schmiedekohle möglich war, geht bei Leder, Cement, Holz, Eisen, Mehl und vielen andern Rohprodukten auch. Ebenso wie den Einkauf muß das Dorfhandwerk den gemeinschaftlichen Verkauf organisieren. Mir ist hierfür aus Thüringen ein lehrreicher Fall bekannt: Korbflechterei ist, wie wir alle wissen, kein sehr einträgliches Geschäft; man behauptet sogar, die Weiden müsse der Korbmacher stehlen, wenn er überhaupt etwas verdienen will. In Tannroda waren die Erwerbs- und Absatzverhältnisse unter den dortigen Korbflechtern trauriger Art. Der einzelne hatte keinen geregelten Absatz, das Kapital fehlte. Da hat eine Genossenschaft, die vor Jahren in Tannroda entstand, wirklich Segen gestiftet. Jeder Arbeiter wird von der Genossenschaft bar bezahlt; die Genossenschaft liefert Rohmaterialien und vertreibt die fertige Ware; sie hat es fertig gebracht, daß das gegenseitige Unterbieten der Flechter und das Drücken der Preise durch den Zwischenhandel ganz aufgehört hat. 'Wandern wir aus Thüringen in den Schwarzwald, so lehrt uns die Holzarbeitergenossenschaft in Bernau ein Gleiches: Früher traurige Verhältnisse unter den Schneflern und wirtschaftlicher Rückgang; jetzt ein geordnetes, flottes Geschäft, Bezahlung bei Ablieferung der Ware und Erhöhung des Tagesverdienstes uni täglich mindestens eine Mark! 8ummu sumwurum: Auf den Kerl kommt's an: Ist der was wert, so kann ihn keine Sradtkonkurrenz unterkriegen; taugt er nichts, ist er faul oder zu bequem, dann hat er sich's selbst zuznschreiben, wenn er bald überflügelt ist. Hat einer Geschick und Neigung, so kann er vom Dorf aus auch Stadtkundschaft sich suchen. Ich denke da beispielsweise an Fleischer. Die Post schafft für : 50 Pfennige 10 Pfund bis an die Reichsgrenze. Wieviel Städter würden mit Freuden zugreifen und ordentlich bezahlen, wenn sie wirtlich „Hausschlachtenes" vou einem tüchtigen Fleischer auf dem Lande beziehen könnten. Ich kenne auch einen einfachen Tischler, der hat die Fabrikation von 2 chneeschuhen angefangen: er hat sein Fach verstanden und wird nun durch ganz Deutschland empfohlen. Diese Beispiele lassen sich beliebig verniehren, und sie zeigen uns, daß das Handwerk auf dem Lande doch noch einen goldenen Boden hat. Darum du Vater, du Mutter, wenn dein Junge was Ordentliches gelernt hat, sag nicht: „So, nun katznst du was, such' dir «inPlätzchen in derStadt!" Nein, sag beisser: „DasGlück wohnt auch auf dem Land. Geh, such's, Treue läßl's dich finden". Bygiene der Kleidung. Am Sch Thema der solgiei Ar. Ben-Zi»>. fuß des vorigen Kapitels war «den Ausführungen angekündigt. ,Die Sauberkeit" als das Inzwischen aber ist der

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