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Jüdischer Volksbote · 1908-11-01 · 2 (11.1908) · p. Seite 29

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1908
Issue
2 (11.1908)
Date
1908-11-01
Page
Seite 29 (sequence 11)
Language
German
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Ist irgend eine Unregelmäßigkeit oder ein Berschen vorgekommen, so frage den Rabbiner oder einen andern Herrn, der gut „lernen" kann. Dn brauchst Dich nicht zu scheuen, das zu tun, die Herren haben es gern, wenn man mit einer Schaaloh zu ihnen kommt. Sie werden leider heutznrage nicht mit Schaaloth überhäuft. Ebenso mußt Du eine Schaaloh machen, wenn Fleischig und Milchig znsammengekommen sind, oder itr: und ncia, wenn auch nur ein einziger Tropfen. Merke Dir die Umstände gut, ob das Vermischte heiß oder kalt war, wie groß das Quantum war, diese und andere in Betracht kommende. Dir vielleicht unwichtig erscheinende Umstände, sie sind oft wesentlich, und der Rabbiner inuß sie genau wisse», um seine Entscheidung zu treffen. Er wird Dich genau nach den Einzelheiten fragen. Also die Augen und den Sinn offen! Für heute will ich nun schließen. Das Nächstemal will ich Dir vom Porsche» (Trebern) von Geflügel und sonstigen Dingen noch etwas mittei.- len. Auch betreffs Auseinanderhaltens von Fleischig und Milchig muß. ich Dir noch einige Winke geben. Nun lebe wohl, erfreut Euch Eurer Liebe und Eures neuen.Hauses. Dieses ist ja auch eine Mizwoh, denn so steht geschrieben im ö. Buch Mose in der Sidroh Wajeze (V, 24, B): „Wenn ein Mann eine Frau ne» heiratet, ziehe er nicht mit dem Heere aus und werde zu keiner Dienstleistung herangezogen. Er bleibe frei für sein Haus ein Jahr lang, und erfreue seine Frau, die er geheiratet hat". Nun lebet wohl und vergnügt, wie es wünscht Eure Tante Sarah. ßandwerk auf dem Lande. Wir beabsichtigen, gemäß dem in der ersten Nummer unseres Blattes veröffentlichten Programm möglichst regelniäßig in jeder Nummer literarische Beiträge zur Förderung der wirtschaftlichen Wohlfahrt der jüdischen Landbevölkerung zu liefern. Es gilt dabei einerseits, vor allem festzustellen, w o den Juden auf dem Lande der Schuh drückt, anderseits aber auch große und kleine Mittel zur Besserung im einzelnen zu erörtern ^nnd zur Diskussion zu stellen. Mögen alle Kanfleute,Händler, Gewerbetreibende, Handwerker unter unseren Lesern zuni Besten des Ganzen ihre Erfahrungen und Meinungen uns mitteilen, ganz! schlicht und kunstlos, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Die Redaktion verarbeitet das schon zu brauchbaren Artikeln. Aber auch Rabbinen uud Lehrer, obgleich nicht im wirtschaftlichen Leben stehend, werden aus ihren Beobachtungen manchen Beitrag zu der Frage liefern können, warum es dem einem gut geht, dem andern schlecht

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